Es war einmal eine Welt

Fantasiereise – Es war einmal eine Welt, in der es noch keinen Strom gab …

Es war einmal eine Welt,

in der es keinen Strom gab, keine Batterien und auch keine Maschinen.

Die Menschen lebten in Zelten oder einfachen, selbst gebauten Häusern aus Steinen, Lehm oder Holz.

Die kleinen Fenster in den Häusern waren mit bunten Blumen geschmückt.

Ringsherum gab es grüne Wiesen mit wild wachsenden, bunten Blumen. Auf den Wiesen und an den Wegen standen gesunde Bäume, die Schutz spendeten vor dem Regen oder angenehmen Schatten boten vor der Sonne.

Manchmal hörte man von irgend woher das leise Rauschen eines Baches oder kleinen Wasserfalls.

Die Vögel zwitscherten munter umher, denn sie freuten sich, dass sie so viele Bäume, Sträucher, Wiesen und Blumen kannten, in denen sie geschützt wohnen konnten. Und Nahrung hatten sie auch genug.

Die Menschen machten es sich in ihren Häusern gemütlich. Überall gab es warme, handgewebte Teppiche, Decken und Kissen. Und eine Feuerstelle spendete Wärme und Licht, wenn es draußen mal kalt oder dunkel war.

Stereoanlage, Computer und Fernseher kannte man nicht.

Deshalb ließen sich die Menschen viele schöne Tätigkeiten einfallen, um sich zu beschäftigen, wenn sie mal nicht arbeiten mussten.

Und das taten die Menschen gerne gemeinsam:

Sie saßen an kalten Tagen am Feuer, und an sonnigen Tagen trafen sie sich auf der gemeinsamen Dorfwiese oder am Baum des Stadtmarktplatzes.

So erzählten sie sich gegenseitig Geschichten. Sie machten Musik miteinander mit selbst gebauten Musikinstrumenten, erfanden fröhliche Tänze, die sie zusammen im Kreis tanzten oder sangen Lieder.

Sie malten und bastelten. Auf diese Weise stellten die Menschen Gegenstände her, die sie für den Alltag brauchten, z. B. Bilder zum Schmücken ihrer Wände, Töpfe aus Ton für das Essen oder sie nähten ihre Kleidung.

Sie stellten auch Dinge her, die einfach nur Freude bereiteten, z. B. Figuren, Puppen, Musikinstrumente, Glücksbringer und vieles mehr, was sie zum Spielen benötigten.

Wenn es warm war liefen die Menschen bar Fuß, und so konnten sie den warmen Boden unter den Füßen spüren, die Steine, den Sand und das Gras. Das tat nicht weh, weil sie es gewohnt waren so zu laufen, und kein Schuh drückte mehr.

An kalten Tagen trugen sie leichte Schuhe, die sie aus Leder selbst genäht hatten und die mit  weichem Schafsfell gefüttert waren.

Lärm und Stress kannten die Menschen nicht. Es gab ja keine Autos, deshalb konnten auch die kleinen Kinder unbeschwert eine Straße überqueren. Es gab Pferde und Kutschen, die acht gaben, wenn jemand ihren Weg kreuzte.

Jeder lernte schon früh reiten, wie man heute Fahrrad fahren lernt. Angst vor Pferden hatte niemand. Im Gegenteil, denn es war so schön auf dem warmen Rücken eines Pferdes zu sitzen und nie alleine zu sein, wenn man irgendwo hin ritt. Das Pferd war stets ein Freund und man beschützte sich gegenseitig.

Wenn die Menschen mal alleine sein wollten, setzten sie sich an einen See, an einen Bach, unter einen großen Baum oder hoch oben in seine Baumkrone. Vielleicht saßen sie auch auf einem Berghügel.

Sie lauschten dem Wind, den Vögeln und dem Wasser.

Manchmal dachten sie sich Geschichten aus.

Sie malten diese Geschichten in leuchtenden Farben

oder machten Musik dazu. So konnte es passieren, dass eine große Trommel mit dunklen Tönen wilde oder unheimliche Geschichten erzählte und ein Saiteninstrument mit hellen, zarten Tönen von traurigen oder anderen Gefühlen berichtete.

Nun ist es Zeit,  Abschied zu nehmen von deinem Traumort.

Sieh dir alles noch einmal ganz genau an. Alles ist so, wie du es dir wünschst.

Schau dich ein letztes mal um, und merke dir gut, was du auf deiner Traumreise am schönsten fandst und was dir besonders gut getan hat.

Nimm alles, was du möchtest für immer in deinem Herzen mit.

Schlage nun die Augen auf, recke und strecke dich ein bisschen und fühle dich von mir und allen, die hier um dich herum in diesem Raum sind ganz herzlich willkommen,  behütet und geachtet.


Text: © Sabina Boddem

Ich habe meine Fantasiereise mit einzelnen Musikstücken von Angelo Branduardi aus dem Album – musiche da film – unterstützt. Die 12 bis 14 jährigen Kinder einer Lernförderschule konnten sich sehr gut einfühlen und wurden auf diese Weise zur eigenen kreativen Arbeit und zum schöpferischen Selbstausdruck motiviert.

 

Musik-Beispiel:

www.farben-reich.com


Advertisements