EIGEN-ART-GESCHICHTEN, Weihnachtliches

Die kleine Weihnachtsgeschichte von einem Wunsch, der wahr wurde

Es geschah an einem kalten Wintertag …


Düssldorf Altstadt in der Weihnachtszeit

Der Wind blies eisig durch die verschneiten Straßen der Großstadt. Hastig eilten die Menschen an hell erleuchteten Schaufenstern vorbei. Einige suchten nach Weihnachtsgeschenken, manch einer aber beeilte sich, um nach Hause in‘ s Warme zu kommen. Natürlich gab es auch welche, die sich nach Feierabend auf einen Glühwein an der Weihnachtsmarkthütte freuten.

In dem allabendlichen Getümmel bemerkte niemand das kleine zitternde Fellknäuel, das zusammengekauert in der Schaufensternische eines leer stehenden Ladens saß. Ganz nahe an den Mauersockel gepresst hockte es da und leckte sich ein Pfötchen, weil sich ein Kieselsteinchen eingedrückt hatte und fürchterlich juckte. Fellknäuelchen ging es gar nicht gut. Eiskalt waren die Pfötchen – von dem Hunger, dem Durst und dem Gefühl der Verlassenheit mal ganz abgesehen.

In der Zwischenzeit, gar nicht weit entfernt, stand einer der vielen Menschen vor dem Schaufenster eines Spielzeugwarenladens und betrachtete in Gedanken versunken die bunte Pracht an Stofftieren, die sich in einer von Kunstschnee glitzernden Landschaft um einen mit roten Kugeln und silbernen Lametta geschmückten Tannenbaum versammelten. Der Mensch lebte alleine. Im Laufe der Jahre war es ruhig um ihn herum geworden. Nahestehende Menschen waren gestorben, liebe Freunde gab es, aber sie hatten natürlich ihre eigene Familie und damit verbundene Aufgaben. Der Mensch entdeckte im Fenster einen kleinen Plüschhund, der ihn so süß anschaute, dass sein Betrachter schmunzelnd dachte: „Ich wünschte, der kleine Kerl wäre jetzt lebendig.“ Während der Mensch sich das amüsiert vorstellte, bemerkte er nicht, dass sich ganz dicht neben ihm tatsächlich etwas bewegte. Eine kleine feuchte, schwarze Nase schnüffelte neugierig an seiner Einkaufstasche herum. Das hungrige Fellknäuelchen wollte ja nicht unhöflich sein und den träumenden Menschen stören. Deshalb versuchte es erst mal, alleine an den duftenden Inhalt der Tasche zu gelangen. Es stellte sich auf die Hinterpfötchen, reckte sich so vor, dass die Vorderpfötchen auf dem Taschenrand liegen konnten. So hatte es die Möglichkeit, unbemerkt zu riechen, wo sich das begehrenswerte Objekt genau befand. Das wuschelige Schwänzchen wedelte dabei aufgeregt hin und her. „Noch ein bisschen recken … ja, noch ein wenig mehr … gleich bin ich drin,“ und schon war es passiert! Gerade als die Hinterpfötchen abheben wollten, um sich an der Tasche hochzuziehen, plumpste das Fellknäuelchen hin und direkt auf die Füße der Person, der die Tasche gehörte und die im gleichen Moment weitergehen wollte. Der Mensch erschrak, ließ seine Tasche fallen und sprang einen Schritt zurück. Doch, was sah er da, als er sich von dem ersten Schrecken erholt hatte? Da saß doch tatsächlich ein kleiner Hund vor ihm. Er schaute fast genau so aus, wie der aus dem Schaufenster. Nur, war das lebendige Knäuel vor ihm etwas zerzauster, aber dafür viel putziger. „Na, wer bist denn du? Bist du wirklich ein lebendig gewordenes Stofftier?“ Der Mensch ging lächelnd in die Knie und hockte sich vor das kleine Tierchen, das sein Köpfchen zur Seite legte, die Öhrchen aufstellte und ihn anschaute mit diesem typischen, unwiderstehlichen „Nimm mich bitte mit-ich habe solchen Hunger-bin auch ganz lieb und möchte ins Warme- Blick“. Dabei gab es die entsprechenden Hundesprachenlaute von sich, die jeder verstand! Der Mensch hatte gar keine Gelegenheit mehr zu schauen, zu wem der kleine Hund gehörte, denn er entdeckte sofort ein kleines Schild an dem Lederhalsband, auf dem stand: „Bitte nimm mich mit, denn ich gehöre zu niemandem mehr. Ich bin gut erzogen und suche ein neues Zuhause!“ „Hm …?“ Der Mensch schüttelte den Kopf. „Wer macht denn so was?“ Eine Hundemarke gab es nicht. Flöhe konnte er auf den ersten Blick beim Streicheln auch nicht feststellen. Wäre der verschmuste, kleine Hund eine Katze gewesen, hätte er laut geschnurrt, so sehr freute er sich über die liebe Art des Menschen, der ihn sofort ins Herz geschlossen hatte.

Nun sind inzwischen Jahre vergangen. Der Mensch hatte damals vergeblich alles versucht, um den Besitzer ausfindig zu machen. Natürlich insgeheim in der Hoffnung, dass es niemanden gab. Er und Fellchen standen von da ab jedes Jahr zur gleichen Zeit vor dem Schaufenster des Spielwarenladens und feierten ihren Jahrestag mit den Würstchen, die sich damals in der Einkaufstasche befanden. Das sind Fellchens ganz besondere Weihnachtszeitleckerlis, denn diese gibt es üblicherweise nicht so häufig. Fellchen und der Mensch sind glücklich und unzertrennlich. In diesem Jahr ist das Spielzeugwarengeschäft geschlossen. Aber dafür ist noch ein kleines Wunder passiert. Der kleine Hund lebt nun mit zwei Freunden zusammen, denn der Mensch hat inzwischen einen anderen lieben Menschen getroffen. So feiern sie bald zu dritt das Weihnachtsfest und sind glücklich und dankbar, dass sie sich gefunden haben.

„Und, wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute …“

… und das so was von putzmunter! 😉

 

Text und Foto © Dezember 2010 Sabina Boddem

www.farben-reich.com

EIGEN-ART-FANTASIEREISEN, Traum-raum

Traum-raum, wo Wünsche wahr werden

Fantasiereise: 

(Überall dort, wo die Pünktchen stehen, einige Minuten während des Vorlesens Zeit geben, damit sich der Fantasiereisende etwas vorstellen kann.)

Stell dir vor du sitzt auf einer weichen, kuscheligen Wolke. Sie ist ganz leicht, doch du weißt, dass sie dich sicher trägt…  Deine Wolke kuschelt dich ein, sie schützt und hält dich…

Mach es dir auf dieser Wolke so bequem wie möglich – weil sie dich auf eine kleine Reise begleiten wird  …  Allmählich bemerkst du, wie die Wolke sanft abhebt und zum Fenster hinaus schwebt … Du spürst einen angenehmen Wind, der dein Gesicht streichelt und du fühlst eine grenzenlose Leichtigkeit … Gerade, als du dich fragst, was das wohl zu bedeuten hat, siehst du vor dir einen goldenen Schriftzug, der sich wie ein Regenbogen über den Himmel erstreckt…

„Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“,

verheißen diese wundervollen Buchstaben … Ehe du dich versiehst, öffnet sich unter dem goldenen Bogen ein märchenhaftes, großes schlossartiges Tor… Leise klingen feenhafte Töne an dein Ohr und vor dir erscheinen viele zauberhafte Türen, die alle einen Namen haben… Es sind die Türen zu deinem ganz persönlichen Wunschtraum… Es gibt diesen Traum und du weißt, dass er gut ist für dich… Du öffnest deine Lieblingstür…  Dein Traum wird nun ganz deutlich sichtbar… Nimm dir Zeit und diesen Raum und gestatte dir, deinen Traum vor deinen Augen lebendig werden zu lassen… Alles ist lebbar und gut, so wie du es siehst und fühlst. Alles darf sein…

Nun wird es Zeit für den Rückflug. Nimm alles, was du erlebt hast in dein Herz auf mit in dem sicheren Bewusstsein, dass dein Traum nicht verloren geht… Du kletterst auf deine Wolke und bereitest dich auf die Reise vor… Nun öffnet sich deine Traumtüre, sanft schwebst du durch das große Tor in Richtung des Ortes, in dem du dich gerade befindest… Vor dir steht in großen regenbogenfarbenen Buchstaben:

„Herzlich Willkommen in deinem eigenen Reich, dem Mutmachraum zur Traumgestaltung“

……..

Dein Traum freut sich, von dir sichtbar gemacht zu werden…“ Und schwups landest du sachte auf deinem Platz… räkelst und streckst dich… gähnst vielleicht mal ganz laut…  Nun öffne deine Augen…

 Text: © Sabina Boddem

 www.farben-reich.com

EIGEN-ART-POESIE, Liebe

Eine kleine Liebespflanze ist

aus dem Boden geschossen. Ein Traum beginnt zu wirken.

Und so fühlt er sich dann an, wenn er wächst und reift  und… die Wirklich-keit zeigt Wirkung… Träume werden wahr, wenn wir ihnen Nahrung geben, daran glauben… Jeder Wirkung geht ein Traum voraus. Meiner ist dabei wahr zu werden! Die noch kleine Pflanze – mit dem Grund zu wachsen –  hat gute Chancen… 

Meine Liebe zu dir

 ist wie

eine blühende Rankenpflanze

unendlich lang.

 Die Wurzeln sind tief,

breiten sich mehr und mehr aus,

 so wie die Ranken wachsen

und die Knospen sprießen,

zu Blüten werden

an der Liebespflanze,

die dich erreicht hat.

Sie rankt an dir hoch,

in dich hinein,

durch dich hindurch.

 Du gibst ihr Nahrung

mit deiner Wärme,

deiner Berührung,

dem Klang deiner Stimme,

deinen Worten,

deiner Geduld

und deinem Verständnis,

wenn sie sich mal kraftlos fühlt.

Deine Liebe ist Nahrung.

So können die Ranken wachsen,

die Blüten sprießen.

Sie möchten dich umhüllen,

dich wärmen,

dich nähren,

dich schmücken,

dich aufblühen sehen…

und für alles gibt es einen GUTEN GRUND

 

Text und Foto © Sabina Boddem

www.farben-reich.com