KUNTERBUNTE THEMEN, Persönliches, Weihnachtliches, Weihnachts- und Winterträume

Adventszeit aus alten Kindertagen

 

Adventszeit aus alten Kindertagen,
 
in der es noch keine Weihnachtsmänner gab.
Wir Kinder mussten uns artig vertragen,
dann war in Christkind‘ s Werkstatt alles auf Trab:
 
Dort wurde gebacken bis der Himmel glühte,
gebastelt, gewerkelt, genäht.
Das Christkind sich so sehr bemühte
unermüdlich von früh bis spät.
 
Es gab in meinem Zuhause ein Weihnachtszimmer,
das nur Eltern und Engel betraten,
dort wurden alle Geschenke immer
eingeflogen und bloß nicht verraten.
 
Wie oft vor der Tür ich lauschte,
was dahinter sich wohl verbarg.
Ich hörte manchmal, wie es leise rauschte.
Von wem das wohl nur sein mag?
 
Es waren die Engelsflügel, die leise durch‘ s Fenster schwangen
und manches Mal mit glockenhellen Stimmchen ein Lob an‘ s Christkind sangen.
Ja, meiner Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.
Es war eine Zeit voller Wunder.
Es gab keine Eile und keine Hetz,
sondern viele in Ehrfurcht staunende Kinder.
 
Wo ist der Zauber aus lang vergangenen Kinderjahren,
in denen wir noch in spannender Erwartung waren?
Wann kommt wieder das Geheimnisvolle in die Zeiten,
indem wir ihrem Sinn entsprechend die Feste vorbereiten?
Die Zeiten der verschlossenen Türen
und dem geheimnisvollen Knistern,
in denen wir die Engel wieder spüren
und vor dem Schlüsselloch hören,
wie sie leise flüstern …
 
Text und Bild © Sabina Boddem
KUNTERBUNTE THEMEN, Persönliches

Warum sich mein Gefühl für die Vorweihnachtszeit nicht einstellen möchte und ich zu einer positiven und dankbaren Erkenntnis gekommen bin

Ihr Lieben,

meine Kreativität macht in dieser Vorweihnachtszeit Pause. Was habe ich in den vergangenen Jahren nicht alles gedichtet, geschrieben, erzählt, gebastelt, fotografiert und hier Zuhause noch gebacken und dekoriert. Die Adventszeit ist in diesem Jahr für mich völlig unwirklich. Zumindest fehlt mir das übliche Empfinden, was ich sonst so habe, wenn ich auf dem Weihnachtsmarkt bin oder Zuhause bei schöner Musik etwas machen möchte, was dazu beiträgt die Vorfreude zu heben. Ich kann es auf das Wetter schieben, weil wir in diesem Jahr auch noch auf keinem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt waren, denn es hat ja an den Wochenenden nur geregnet und gestürmt oder darauf, dass ich beruflich viel zu tun hatte. Aber vielleicht versuche ich das ganze mal von einer anderen Seite zu betrachten und nicht irgendetwas oder irgendwen dafür verantwortlich zu machen.

Ich bin ja gerade diejenige, die immer über die besinnliche Zeit berichtet und gedichtet hat. Ich sollte mich mal selbst beim Schopf nehmen und mir darüber bewusst werden, was die Zeit für mich tatsächlich sinnvoll macht. Ist es eigentlich nur die Enttäuschung, dass sich ein bestimmtes Gefühl dieses Jahr noch nicht eingestellt hat? Etwas, das sich einstellen soll, sobald von Weihnachten die Rede ist oder der Zeit davor? Möchte ich doch so gerne die Empfindungen von letztem Jahr wieder spüren, als mein Mann und ich zum ersten Mal nach acht Jahren gemeinsam Plätzchen gebacken haben und beschlossen hatten, uns etwas an Weihnachten zu schenken? Möchte ich doch unbedingt wieder diese Spannung erleben und diese besondere Vorfreude aus der Kindheit? Aber ich kann genau diese Gefühle im Hier und Jetzt nicht erzwingen. Dabei ist die Grundlage ja da. Nichts scheint dem im Wege zu stehen. Mein Mann und ich sind glücklich miteinander, wir möchten uns auch in diesem Jahr überraschen, die Wohnung ist urgemütlich und (be)sinnlich eingerichtet… Trotzdem ist es so, als ob man mir sagt: „Nächste Woche ist Frühlingsanfang oder Ostern.“

Ich liebe eigentlich die Advents- und Weihnachtszeit. Ich empfinde auch keine Hektik und keinen Stress, habe immer gedichtet, Weihnachtsmärchen geschrieben oder sonst ein magisches Gefühl gehabt, das ich kreativ ausdrückte. Ja, ich bin vielleicht wirklich nur enttäuscht, dass ich zur Zeit keinen Zauber spüre.

Vielleicht sollte ich mich mal auf Dankbarkeit und Zufriedenheit konzentrieren, denn das ist das, was ich empfinden darf! Es ist mein erstes wirbelbruch- und schmerzfreie Jahr seit dem Ausbruch meiner Osteoporose. 2016 und 2017 waren streckenweise die Hölle. Und in diesem Jahr ging es mir so gut, dass ich es gewagt habe, mir zwei Harfen zu kaufen. Das Harfenspielen wäre vorher nicht möglich gewesen und deshalb hatte ich diesen lang gehegten Traum schon begraben. Ja, jetzt weiß ich was mit mir los ist! Gerade hat es Klick gemacht!!! Ich hatte in diesem Jahr längst wundervolle Weihnachtsgefühle und Weihnachten nämlich da, als ich gemeinsam mit meinem Mann in den Niederlanden und in Süddeutschland unterwegs war, um meine Harfen auszusuchen. Es gibt für dieses wunderbare Gefühl einfach keine Steigerung. Juchuuuu!!! Ich hab‘ s gerade begriffen! 😍😘

Ja, ich habe so viel Schönes erlebt, dass mir Weihnachten in diesen Zeiten stets zur Seite stand! Und jetzt ist einfach mal Pause mit Euphorie und Co. Ich darf mich zurücklehnen und DANKE sagen. Ich darf einfach mal in meiner freien Zeit Langeweile aushalten und Lustlosigkeit und muss mich nicht wundern, warum ich schon seit drei Tagen keine Harfe spielen möchte, obwohl ich die Zeit dazu hätte, wenn ich doch seit Juni fast täglich dran saß, wann immer ich konnte.

Diese ganze Romantik um Weihnachten herum ist doch eigentlich nur eine traditionelle Gewohnheit. Und sobald sich diese Romantik nicht einstellt, bin ich verunsichert. Das habe ich doch gar nicht nötig. Viele, die das lesen, werden vielleicht denken: „Boah, hat die Probleme! Ich bin alleine und wünschte ich hätte jemanden, mit dem ich Weihnachten feiern könnte…“, oder: „Ich habe ganz andere Sorgen…“, oder: „Ich finde diese Zeit schrecklich, nur Hektik und Stress. Ich komme gar nicht dazu, überhaupt ein Gefühl zu entwickeln, bin nur für andere da…“

Ja, mir ist während des Schreibens bewusst geworden, dass es mir gerade wirklich gut geht. Deshalb habe ich auch jetzt keine besonderen Vorweihnachtsgefühle. Die hatte ich in diesem Jahr so häufig, weil es ein ganz besonders schönes und ereignisreiches, vor allem heilendes Jahr für mich war. Keine Schmerzen zu haben, das ist tatsächlich etwas ganz besonderes. Ich konnte mir zudem meine Herzenswünsche erfüllen und mir selbst Geschenke machen! Und ich habe einen wundervollen Mann, der mich in allem unterstützt hat! Bitte, wenn das nicht Weihnachten mit ganz viel Vorfreude war und immer noch ist!

Danke, liebes Universum, lieber Gott oder wer immer auf uns aufpasst, für all diese wunderbaren Momente in diesem Jahr, die ich erleben durfte. Ich habe gerade etwas sehr Bedeutendes begriffen:

Weihnachten kann immer und überall sein. 

 

In diesem Sinne wünsche ich allen, die das lesen, eine wundervolle restliche Adventszeit. Meine Weihnachts – und Neujahrsgrüße kommen noch! Lasst es Euch gut gehen und macht Euch bloß keinen Stress!

Herzlichst

Eure Sabina Boddem

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Das Tambourcorps „Frisch Auf Kalkum“ und The Rhine Area Pipes & Drums Düsseldorf

gratulierten auf ihre wundervolle, musikalische Art und Weise meinem Bruder, Lothar Boddem, zu seinem 70. Geburtstag.

Das Tambourcorps „Frisch Auf Kalkum“ Lothar ist selbst seit den 60er Jahren ein begeistertes und sehr engagiertes Mitglied des Tambourcorps „Frisch Auf Kalkum“ und ist auch mit den Rhine Area Pipes & Drums Düsseldorf verbunden. Die Musik der hervorragenden Musikgruppen rührte die Herzen an – Gänsehaut pur und so manche Träne, die kullerte… Beides gehörte einfach dazu. Vieles erinnerte an meine Kindheit in Kalkum, wenn es dort feierlich zuging.

Das Tambourcorps „Frisch Auf Kalkum“

 

Das Tambourcorps „Frisch Auf Kalkum“ gratuliert Lothar Boddem zum 70. Geburtstag

 

Und ich liebe keltische Musik.

The Rhine Area Pipes and Drums Düsseldorf

 

The Rhine Area Pipes and Drums Düsseldorf

 

The Rhine Area Pipes and Drums Düsseldorf gratulieren Lothar Boddem zum 70. Geburtstag

Wow, das war schon alles sehr gefühlvoll!

Das Fest fand am 18.06.2016 auf dem Gut Hansenhof statt. Das romantische und feierlich geschmückte Ambiente unterstützte die festliche Stimmung.

Gut Hansenhof, Düsseldorf

 

Gut Hansenhof, Düsseldorf

Auf dem Gut HansenhofAuch die gelegentlichen, heftigen Regenschauer konnten das schöne Event nicht beeinträchtigen. Wir hatten ja Sonne im Herzen und gefeiert wurde dann eben drinnen, wo nicht nur das Tambourcorps musikalisch Erinnerungen an alte Zeiten aufleben ließ, sondern auch Oliver Bendels Big Band unsere noch nicht eingerosteten Tanzbeine mobilisierte. Ich habe immer noch Muskelkater. 🙂

Das Tambourcorps „Frisch Auf Kalkum“

 

Das Tambourcorps „Frisch Auf Kalkum“

 

Oliver Bendels Big Band

 

Ich schaue mir die Fotos seit Sonntag immer wieder mit vielen nachklingenden Emotionen an! Es war ein rundherum gelungenes und gigantisch schönes Highlight, das wir erleben durften.

Dafür möchte ich mich auch dieser Stelle nochmal aus tiefstem Herzen bedanken

bei meinem Bruder Lothar und bei allen, die dazu beigetragen haben!

Auf viele weitere wunderbare Jahre voller Lebensfreude!

DankeSCHÖN!

 

Kerze

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♥♥♥

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Weihnachten ist Licht und Liebe

Weihnachten ist Licht und Liebe (1)

 

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Denkt euch, ich habe das Christkind … Kindheitserinnerungen an die 60ger Jahre

Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,

mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,

denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack –

denkt ihr, er wäre offen der Sack?
Zugebunden bis oben hin!

Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Anna Ritter (1865-1921)

Dieses Gedicht war mein Lieblingsweihnachtsgedicht in meiner Kindheit. Es war das erste, das ich schon auswendig vor dem Christbaum aufsagte, als ich noch nicht zur Schule ging. Jedes Jahr stand ich da, und mein persönlicher Schlusssatz lautete  stets: „Es roch so nach Äpfeln, Nüssen und Puppenküchen!“ Ich wünschte mir doch so sehr eine Puppenstube. Dann, an irgendeinem Weihnachtsfest, durfte ich sie endlich auspacken, meine erste Puppenstube. Damals wurden sie noch von Hand gezimmert. Der Schreiner in meinem Heimatdorf Kalkum, das heute zu Düsseldorf gehört, hatte sie angefertigt. Ja, wir hatten sogar noch einen echten Dorfschmied, bei dem wir immer zuschauen durften, wie die Pferde neu beschlagen wurden. Es gab also den Schreiner, den Hufschmied, dann noch den Briefträger, den Anstreicher, die Frau Schiffer aus dem Tante-Emma-Laden, dem einzigen Laden im ganzen Unterdorf und die Bauern. Bei dem einen Bauer holten wir abends in den alten Milchkannen, die man heute nur noch im Museum bestaunen kann, die frische Milch von Kühen, die noch saftige Weiden kannten. Von dem anderen Bauer erhielten wir immer Eier von damals noch wirklich glücklichen und frei laufenden Hühnern. Die Tochter dieses Bauern war eine meiner Freundinnen. Ich durfte ihr schon mal helfen Eier zu verkaufen. Könnt Ihr Euch heute noch ein kleines Mädchen vorstellen, das vorne und hinten das schwere Fahrrad bepackt hatte mit Eiern und mich noch zusätzlich auf dem Gepäckträger mitnahm, wenn die Taschen hinten schon leer waren? Früher musste das funktionieren. Wehe die Eier gingen mal zu Bruch, dann gab es Ohrfeigen, denn die Eltern waren echt streng früher, auch meine eigenen. Das Spielen auf dem Bauernhof hingegen war ein Traum, den die Kinder heute höchstens aus alten Astrid-Lindgren-Filmen oder aus Heidigeschichten kennen. Ja, spielen auf dem Land war damals unbeschreiblich schön. Ich glaube, wenn das nicht gewesen wäre, wir hätten so manches nicht so gut verpacken können. Aber wir spielten noch –  im Gegensatz zu den Kids heute. Wir machten Rollenspiele, waren kreativ und hatten jede Menge Fantasie. Das war allein schon Spieltherapie pur, die heute von Therapeuten – u. a. habe ich so gearbeitet –  angeboten wird, damit die Kinder wieder lernen, sich selbst zu spüren … So hat doch jede Zeit ihre Schatten- und Lichtseiten! Ich merke, wie ich mich aber auch manches Mal ertappe bei dem Satz: „Ja, früher war alles viel schöner.“ Hm, dafür hatten wir jedoch andere Sorgen. Doch das möchte ich an dieser Stelle hier nicht vertiefen, denn ich habe nicht die Absicht, meinen kleinen Ausflug in meine Landkindheit zu trüben.

Es ist Weihnachtszeit, deshalb fand ich dieses Gedicht im Google, was mich eben ganz spontan an das alles denken ließ. An die Zeit, als in der großen Wohnküche tagelang gebacken wurde: Riesige Christstollen mit Marzipan, unzählige Gläser mit Spritzgebäck, Makronen aller Arten, ausgestochene Plätzchen, die mit Eigelb bestrichen wurden und Vanillekipferl. Es waren tatsächlich Unmengen, denn ich hatte fünf Halbgeschwister. So war das Haus an Weihnachten richtig voll. Wir durften früher noch nichts vor Weihnachten von dem Gebackenen essen, so wie es auch nicht üblich war, den Christbaum schon vorher zu sehen. Bei uns war es Brauch, am ersten Weihnachtstag früh morgens mit den Kindern zu bescheren, die noch zu Hause lebten. Die anderen, schon Verheirateten, die bereits selbst Kinder hatten, kamen am zweiten Weihnachtstag, an dem es noch eine eigene Bescherung für sie gab.  Heiligabend wurde nicht gefeiert. Am ersten Weihnachtstag standen wir gespannt vor der Wohnzimmertür bis das helle Glöckchen erklang. Dann betraten wir „Ihr Kinderlein kommet“ singend das Weihnachtszimmer.  Nachdem wir vor dem Tannenbaum mehrstimmig alle traditionellen Lieder gesungen hatten, durften wir die Geschenke auspacken. Danach wurde an dem festlich geschmückten Kaffeetisch – damals noch mit dem guten Festtagsporzellan und dem Silberbesteck und der handbestickten Weihnachtstischdecke – gefrühstückt, und es gab zum ersten Mal unseren Christstollen und die Plätzchen. Anschließend fuhren wir in die Düsseldorfer Altstadt zur Maxkirche, in der schon damals die Konzertmessen stattfanden. Dort trafen wir auch die älteren Geschwister, Tanten, und Onkel. Zuhause wieder angekommen besuchten wir mit einigen Geschwistern die Nachbarn, zwei ältere alleinstehende Damen, die in einem alten Fachwerkhäuschen lebten, in dem es immer so pilzig roch. Aber es hatte was, denn es erinnerte mich immer daran, dass Weihnachten war. Bei den beiden Fräuleins, so wurden sie ja früher genannt, bekamen wir selbstgebackene, staubtrockene, viel zu süße Plätzchen, verschrumpelte Äpfel, aber auch leckere Nüsse aus dem eigenen Garten. Traditionsgemäß  sangen wir den beiden Frauen zum Dank im Chor mehrstimmig oder im Kanon die Weihnachtslieder vor, bis die Tränen vor Rührung kullerten. Schließlich waren wir als musikalische Familie im ganzen Ort bekannt und mussten des öfteren vorsingen oder musizieren. Damals kannte man die Kelly Family noch nicht. Aber es gab einen alten Heimatfilm aus den fünfziger Jahren, in dem die Trapp Familie mit ihrem Gesang berühmt wurde, und nach der wurden wir häufig benannt. 🙂

Ja, so könnte ich noch stundenlang weiter schreiben. Doch ich möchte Euch nicht langweilen mit meinen Ausschweifungen in meine Kindheit. Ich will sie auch nicht glorifizieren, denn wie eingangs schon erwähnt, haben wir es auch nicht leicht gehabt. Ich konnte in meinem Leben vieles aufarbeiten, und das auch mit professioneller Unterstützung. Ich habe es geschafft, mich von alten Lasten zu befreien, die Menschen loszulassen, die mir nicht gut getan haben und auch denen den Rücken zu kehren, die wissend sind, aber nichts wissen möchten. Ich bin buchstäblich im Frieden und möchte ebenso in Frieden gelassen werden. Mir geht es gut, und ich begleite schon sehr lange andere Menschen professionell auf ihrem individuellen Weg der Aufarbeitung. Ich bin der Meinung, dass jede Seele sich das aussucht, was sie für ihr ganz individuelles Wachstum braucht, auch wenn das manches Mal unbegreiflich erscheint angesichts des Missbrauchs, der Krankheit oder sonstigen Leides, dem manches Kind schon von klein auf ausgesetzt ist. Trotzdem glaube ich fest daran, dass alles doch einen Sinn hat.

Und dessen besinne ich mich zur Weihnachtszeit in Dankbarkeit, weil ich vieles durchlebt habe, und aus mir das geworden ist, was ich heute bin. So möchte ich jedem Mut machen, der zweifelt oder sich verändern möchte, aber sich noch nicht traut und der den Weg zu sich selbst gehen möchte, auch wenn das Ziel noch unbekannt ist.

In diesem Sinne wünsche ich allen von Herzen noch eine besinnliche und geruhsame Weihnachtszeit!

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Erinnerungen an die Kindheit in Düsseldorf zur Weihnachtszeit

Ist das schön!

Endlich kommt so ein winterliches Weihnachtszeitgefühl auf,

weil es draußen so richtig kalt ist.

Gestern bei einem Spaziergang im Düsseldorfer Nordpark

erinnerte ich mich an die Adventszeit meiner Kindheit. Da wurden noch Christststollen mit Marzipan gebacken und natürlich jede Menge Plätzchen und Makronen. Die kamen dann in Dosen und Gläser und wurden im Weihnachtszimmer aufbewahrt. Wir durften vor Weihnachten noch nichts davon essen. Naschen während des Backens? … Klar, das gehörte dazu.

Und vor dem Weihnachtszimmer, dem Arbeitszimmer meines Vaters, durften wir nicht durch das Schlüsselloch gucken. Die Tür war nicht nur verschlossen, auch das Schlüsselloch war von innen zugestopft. Nur die Engel und das Christkind hatten Zugang durch das Fenster, das nur meine Eltern öffnen durften. Meine Eltern hatten einen Sonderstatus, da sie ja den Engeln halfen und auch regelmäßig die Christkindelwerkstatt besuchen durften. Das waren in Wirklichkeit die Geschäfte, in denen meine Eltern die Geschenke kauften. Die „Hauptwerkstatt“ war damals das Spielwarengeschäft Lüttgenau auf der Graf-Adol-Straße. Ich wohne  in der Nähe und muss immer daran denken, wenn ich vorbeischlendre.

Manchmal da durften wir Kinder durch das Schlüsselloch schauen. Es raschelte in diesem Zimmer, und ein geheimnisvolles Licht war zu sehen, so wie Kerzenflackern. Dann arbeiteten die Engel dort … Das war so magisch …

Auch den Weihnachtsbaum durften wir nicht vor Weihnachten sehen. Der stand noch nicht, wie bei vielen heute, schon wochenlang geschmückt herum.

Da mein Vater als selbständiger Geschäftsmann noch am Tag des heiligen Abends sehr viel arbeiten musste, und dieser Tag für ihn sehr alltäglich und stressig verlief, wurde bei uns dann am ersten Weihnachtstag beschert. Ich fand das schön als Kind, weil ich dann nach dem Geschenkeauspacken nicht wie die anderen Kinder ins Bett musste.

Vor der Bescherung standen wir vor der Wohnzimmertüre und mussten warten bis das helle Weihnachtsglöckchen erklang. Das zu läuten, war die Aufgabe meines Vaters. Nach dem Läuten gingen wir gemeinsam an den Christbaum, und mein Vater stimmte ein Weihnachtslied an. Wir sangen die Lieder mehrstimmig, und es war einfach ein Gänsehautgefühl von Ergriffenheit und Hochstimmung pur. All das fand früh am Morgen statt. Draußen war es noch ziemlich dunkel, so dass die Lichter und Kerzen  sehr gemütlich zur Geltung kamen. Nach der Bescherung wurde am feierlich gedeckten Tisch gefrühstückt. Nun gab es zum ersten Mal selbstgebackenen Christstollen und Plätzchen. Und dann ging es zur Maxkirche in der Düsseldorfer Altstadt.

Die Konzertmessen waren für mich schon als kleines Mädchen ein Genuss. Ich konnte träumen bei solch einer Musik. Ich stand oft in langen Sissikleidern vor dem Altar und dachte mir alles mögliche aus, was so manche kleine Mädchen gerne spielen. Es gehörte einfach zu Weihnachten dazu. Und die traumhafte Krippe! Auch sie inspirierte mich zu Fantastereien. Ich versetzte mich in diese alten Zeiten und Welten …  und dazu die Musik …  Das war einfach wunderbar.

Nach der Messe traf sich die gesamte Familie und alle Angehörigen vor der Kirche. Wir sahen dann alle wieder, die wir während des gesamten Jahres seltener trafen, und auch das gehörte dazu …

Zu Hause wieder angekommen gingen wir,  zwei meiner Halbbrüder und mein Vater, zu den alten Damen, die im Nachbarhaus lebten. Es war ein altes Fachwerkhaus in Düsseldorf-Kalkum auf dem Land. Das Haus war so, wie ein kleines Hexenhäuschen und durftete nach einem Gemisch aus getrockneten Äpfeln, Backwerk, und ein bisschen Pilzmoder, wie eben damals solch alte Häuser rochen … super gemütlich. Bei den alten „Fräuleins“, den lieben „Hexchen“, die sich immer noch siezten, obwohl sie schon zig Jahrzehnte befreundet waren, sangen wir mehrstimmig oder im Kanon. Wir wurden häufig die „Trappfamilie“ genannt, weil wir, wenn wir alle vereint waren (mit sechs Geschwistern und Angehörigen), auch im Sommer im Garten sehr viel sangen. Die alten Fräuleins hatten immer Tränen in den Augen. Nach dem Gesang gab es selbstgemachten Likör, den sogar ich trinken durfte, meine älteren Geschwister sowieso, und dazu Plätzchen und die Äpfel aus dem Obstgarten des alten Häuschens. Ich mochte die nicht so gerne, weil sie immer so schrumpelig und mehligweich waren.

Meine Mutter hat in der Zwischenzeit zu Hause das Weihnachtsmittagessen  zubereitet. Wenn wir dann wieder zu Hause waren, durfte ich die Salatsoße anrühren und abschmecken. Nach dem Essen erledigten wir mit Mutter und den Brüdern den Abwasch, wobei auch oft gesungen wurde. Und dann kam das schönste: Die Kinderstunde und die alten Spielfilme der 50 iger Jahre. Das schaute ich immer mit meiner Mutter, während sich die anderen zurückzogen.

Am zweiten Weihanchtstag kamen meine drei verheirateten älteren Geschwister mit ihren Kindern zu Besuch, und es wurde für sie beschert. Natürlich alles wieder mit Göckchenklingeln und Gesang.

Ja, und als ich gestern den Himmel im Park und über dem Rhein sah und den schönen Sonnenuntergang, musste ich an die Worte meiner Mutter denken, die immer zu uns Kindern sagte: „Schaut mal dort oben. Da backen die Engelchen wieder Plätzchen.“

Und das aller Schönste  kam mir gestern ganz besonders zu Bewusstsein. Ich habe einen Mann an meiner Seite, den ich genau aus jener Kinderzeit kenne, als wir vor der Maxkirche standen. Er ist der Cousin  meiner Halbgeschwister. Wir haben uns selten gesehen. Zum letzten im Jahr 2001 ganz kurz. Und dann begegneten wir uns im Xing, schrieben uns wochenlang bis wir uns endlich wiedertrafen. Das geschah im Oktober diesen Jahres.

Seit dem sind wir ein Paar, und der Engel der Liebe zu dem ich noch vor zwei Jahren gebetet habe – das Gebet steht hier auch im Blog – hat mich erhört! Das Wunder ist geschehen. Wir sind beide angekommen und glücklich. Und dafür bin ich unendlich dankbar.


Ich wünsche Ihnen allen ganz viel Wunder-bares –  gerade in dieser Weihnachtszeit.

Licht und Liebe von Herzen

Ihre glückliche Sabina Boddem

 


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