EIGEN-ART-POESIE, Entwicklung, KUNTERBUNTE THEMEN, Persönliches

„Coronafeeling“ oder „Achterbahn der Gefühle“

 

Coronafeeling

Die Gefühle fahren Achterbahn,

aber eine normale Achterbahnfahrt hat ein Ende. 

Die der Gefühle sieht kein Ende:
Rauf… runter…
schräg in die Kurven…
ruhig… gleichmäßig… entspannt…
rüttelnd… schüttelnd…
abrupt um die Ecke…
rauf… runter…
immer im Kreis…
Ausfahrt ungewiss…

Ende nicht abzusehen…

Ich bin einmal in meinem Leben Achterbahn gefahren, dann nie wieder. Bei mir lösen sie keine Glücksgefühle aus. Ich finde diese Fuhrwerke scheußlich. Und auf die meiner Gefühle kann ich auch verzichten. Diese Corona-Krise geht nicht nur mir buchstäblich auf die Nerven!!! Ende leider nicht abzusehen!!!

Ich wünsche allen gerade deswegen eine entspannte Woche. 🍀

Eure Sabina Boddem aus dem FarbenReich

 

KUNTERBUNTE THEMEN, Persönliches, Wenn ich musiziere

Warum alle Gefühle in Krisenzeiten ihre Berechtigung haben und wie ich damit konstruktiv umgehe

Wenn Traurigkeit, Verzweiflung, Hoffnung und Zuversicht miteinander streiten, dann kann es schon mal hoch hergehen. Alle Gefühle wollen sich ausbreiten und so viele Stimmrechte wie möglich erobern. Sie argumentieren wild durcheinander. Die einen bunt und leuchtend, die anderen in ganz dunklen Tönen.

Jeder von uns hat eine andere Art und Weise, Krisen zu verarbeiten.

Jede Verarbeitung hat ihren Sinn. Sie braucht einen Ausdruck und einen Raum dafür. Ich bin zum Beispiel ein extremer Gefühlsmensch und schwanke gerade ständig von einem Extrem in das andere. Da gehen Ängste, Wünsche, Bedürfnisse, Sorgen, Hoffnung, Humor und alles, was ein Mensch so fühlen kann, sehr kontrastreich und nicht gerade zimperlich in mir in einen Dialog und dementsprechend äußere ich mich dazu, bzw. verhalte ich mich. Manch einer im Facebook denkt vielleicht, was ist denn mit ihr los. Sie ist doch sonst immer so positiv und in der nächsten Stunde bin ich das auch wieder und poste Blümchen und Bienchen auf der Terrasse mit einem verträumt schönen Text dazu.

Ein Gutes hat doch das Ganze, ich bin hier mal nicht die Therapeutin, nicht die Beraterin, nicht die Mutmacherin, nicht die erfolgreiche Unternehmerin, die täglich strahlt und gut aussieht, sondern ich darf mich auch mal als eine ganz natürliche Frau zeigen, die einfach nur ein Mensch ist, der mit einer Krisensituation umgehen muss, die uns alle betrifft.

Ich habe gerade Phasen hinter mir, die einige von Euch auch bestimmt kennen.

Zuerst beruhige ich mich und andere, weil ich glaube, dass alles nicht so schlimm ist und dann kommt die nächste Meldung in den Medien und die Panik lodert doch auf… So geht das auf und ab und das führt dazu, dass ich zwischendurch erstarre. Ich sehe dann nur noch schwarz und kann das aber nicht kreativ mit meiner Musik oder sonstwas ausdrücken. Ich möchte dann am liebsten nur noch im Bett liegen, weil mir all das, wozu ich gerade eine Menge Zeit habe, schwer fällt und ich zu gar nichts mehr zu bewegen bin. Dann raffe ich mich jedoch wieder auf und fange irgendwo an. Das erste war die Terrasse. Ich habe geschrubbt und gesät, umgetopft und gepflanzt. Jetzt ist hier schon alles wunderschön für den Frühling bereit und meine Frühblüher leuchten. Sie helfen mir mit ihren bunten Farben, wieder Freude, Hoffnung und Zuversicht zu spüren und danken mir somit für die Aufmerksamkeit, Pflege und Liebe, die ich ihnen täglich schenke. Dann sitze ich in der Sonne und mir geht es eine Zeit lang gut, wenn es mir gelingt, den Vögeln zuzuhören und einfach mal abzuschalten.

Mir gelang es allerdings bisher noch nicht, meine Gefühle mit Musik auszudrücken und so habe ich meine Harfen schon seit einer Woche nicht angefasst. Irgendwie machte mich ihr Anblick traurig. Ich wollte sie nicht berühren, weil sie doch aus der unbeschwerten Zeit stammen… Meine Instrumente umgab eine unsichtbare Schutzmauer, die ich in mir habe, aber um die Harfen sah. Als ich heute morgen mit meiner Harfenlehrerin telefonierte, ermunterte sie mich zu spielen. Es täte ihr gerade so gut, weil sie ja auch gerade nicht arbeiten darf, weder im Altenheim als Musiktherapeutin, noch mit uns Musikschülerinnen und -schülern. Sie ist so wie ich kein Typ, der sich gerne via Internet mitteilt und dort Unterricht oder Kurse anbietet. Ich meinte zu ihr, dass ich gerade zu gar nichts Lust hätte, auch nicht für die alltäglichen Dinge wie Bügeln, Kochen, Wischen und dergleichen. Trotzdem hat dieses Gespräch irgendetwas in mir bewegt. Ich schnappte mir zuerst die Bügelwäsche und als das Bügelbrett meine kleine Harfe antitschte, so dass sie nun Schrammen hat, nahm ich das Instrument in die Hand und trug es an eine geschützte Stelle. Und was passierte? Durch die Berührung mit dem Instrument kam ich wieder in Kontakt und strich zart über seine Saiten. Da entstand was Schönes, das mich zu diesem Text motivierte, weil ich heute zu diesem Thema auch Musik machen werde.

Jetzt ist erst Mal ein Knoten geplatzt. Es kann sein, dass er sich mal wieder zuzieht. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass ich immer in meinem Leben erst Mal zur Schockstarre neige, die sich dann allmählich auflöst und die Abstände der Rückfälle immer größer werden. Nach solchen unkreativen, gar sehr lähmenden Phasen platzt es dann irgendwie aus mir raus und ich meinte eben noch so zu mir: Jetzt kommt wieder alles auf einmal über mich und ich weiß gar nicht, womit ich zuerst anfangen soll. Ich bin also gerade wieder voller Tatendrang!

Gleich werde ich erst mal kochen, dann mich ein wenig ansehnlicher frisieren, denn ich habe mich in den letzten Tage diesbezüglich etwas gehen lassen, was ja auch Vorteile hat. Ich kann mal einige Tage in irgendwelchen Klamotten rumschlumpfen und ich benutze keine Wimperntusche und Kajal mehr. Ich muss ja auch mal kein stilvolles Vorbild für Kunden sein, brauche nicht vor die Tür zu gehen und bekomme keinen privaten Besuch, weil wir Kontakte ja vermeiden sollen. Nach dem Essen werde ich meine Harfen auf die Terrasse setzen, sie stimmen und dann drauf losspielen!!! Ergebnis kommt später!

Was ich damit ausdrücken möchte:

Du darfst alles so verarbeiten wie du das für dich brauchst. Suche dir Ventile, die dir gut tun. Und lasse auch die Gefühle und Phasen zu, die nicht so leicht und einfach zu verdauen sind und in denen du keine Ventile findest.

Aber achte dabei darauf, dass du niemandem schadest. Fahrlässigkeit, Respektlosigkeit, Grenzüberschreitungen und dergleichen kann niemand gebrauchen und besonders in diesen Zeiten nicht. Wenn ich im Facebook oder auf WhatsApps schon mal ärgerlich reagiere, weil mir jemand den gefühlt hundertsten Klopapierwitz oder die 10 besten Verhaltensregeln sendet, dann reagiere ich auch schon mal genervt gerade, wenn ich sowieso schon angeschlagen bin. Aber ich merke das auch sofort und sage meinem Gegenüber, dass er meine Art gerade nicht persönlich nehmen soll und bitte dann höflich um Nichtzusendung solcher Bildchen. Wir sind alle ziemlich angespannt, aber Verkäuferinnen anschnauzen und dergleichen, so etwas geht gar nicht. Vorgestern hat sich nämlich eine bei mir ausgeweint, weil sie das Verhalten vieler Kunden nicht mehr ertragen kann.

Ich habe die Hoffnung, dass durch die Rückbesinnung auf sich, viele Menschen Potentiale in sich entdecken, die sie bisher nicht (mehr) kannten. Dass die Kreativität nach anfänglicher Erstarrung oder schon langjähriger Unterdrückung endlich explodiert…

Lasst es uns gemeinsam schaffen und eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, gemeinsam am Fenster Musik zu machen und wenn es nur mit Kochtöpfen und Löffeln geschieht. Jeder Mensch hat ein Urrhythmusgefühl in sich und das darf er nun endlich mal ganz ungezwungen wie Kinder es tun, herauslassen. Das macht so viel Spaß. Ich kenne ja solche Sessions und weiß, wovon ich spreche!

Am Sonntag, den 23.03. werden alle um Punkt 18:00 Uhr in ganz Deutschland dazu aufgerufen! Das gilt, wie ich schon beschrieben habe, nicht nur für MusikerInnen!!!

Die Zeit bietet uns eine unfassbare Chance, unseren Perfektionismus und unsere sogenannte Professionalität loszulassen und einfach spielerisch zu werden!

Bei allen Sorgen und Nöten, die ich als Freiberuflerin sehr gut nachvollziehen kann und manche trifft es gerade wesentlich härter als mich zum jetzigen Zeitpunkt, treibt es trotzdem oder gerade deshalb schön bunt! Natürlich so weit es geht in Eurem Zuhause!

In diesem Sinne

farbenfrohe und hoffnungsvolle Grüße 🍀🍄❤️🌈☀️

Eure Sabina ganz ungeschminkt und privat aus dem Farbenreich

Und hier mein Video mit einer spontanen Improvisation. Viel Freude beim Zuhören und Entspannen!

GANZHEITLICH HELEN, Persönliches, Stärkung, Selbsthilfe, Selbsterfahrung

Von der Ehrlichkeit zu sich selbst und zu anderen

 

In diesem Artikel geht es darum, warum ich es so erstrebenswert finde

  1. zu wissen, wer ich bin,
  2. dazu ehrlich und offen zu stehen,
  3. genauso ehrlich zu handeln und mein Leben zu gestalten
  4. und das natürlich mit einem hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein,
  5. mit Achtung, Respekt und Liebe
  6. damit ich mir selbst und anderen keinen Schaden zufüge.

Dabei erzähle ich unter anderem aus meinem persönlichen Leben.

 

Hebe dich von der grauen Masse ab und habe Mut, ein einzigartiges Individuum zu sein!

Das ist so wichtig! Wenn du aus Angst, nicht dazuzugehören zum Jasager der Masse wirst, obwohl du dich damit eigentlich gar nicht wohlfühlst, wird das auf Dauer dazu führen, dass du dich verlierst. Dieser ungesunde Verlust tut jedoch weder dir, noch anderen gut. Mal abgesehen, dass du dadurch ernsthaft krank werden könntest. Aufrichtige Nähe und Ehrlichkeit mit dir selbst und mit dem Anderen wird nur möglich, wenn du dich selbst in gesundem Maße, davon gehe ich hier mal aus, liebst und annimmst und JA ZU DIR sagst. Ich spreche hier nicht von Selbstsucht, Narzissmus usw. Wenn du zu dir stehst, erfährst du vielleicht einige Verluste, die dir Scheinsicherheit gegeben haben, aber was du dann erhältst, ist das, was dir wirklich entspricht und zu dir passt. Alles andere, was nicht deinem wahren Selbst entspricht, darf sich ablösen. Und ist es nicht besser du löst dich frei-willig, bevor das Schicksal dich radikal und unerwartet von etwas trennt, weil du zu lange gewartet hast und das Fass zum Überlaufen voll geworden ist?…

So viele Menschen haben Angst, ihre Arbeit zu verlieren und lassen sich dazu hinreißen, bei Mobbing mitzumachen oder anderen Machenschaften, die viel Übel anrichten können. Alles, nur um die eigene Haut zu retten. Sie entschuldigen ihre Lügen und Intrigen damit, dass sie ihren Job nicht verlieren dürfen, weil sie doch ihre Kinder ernähren müssten oder… Aber wen oder was retten und nähren sie damit eigentlich wirklich?… All das schafft nur eine ungesunde Abhängigkeit voneinander. Oder Menschen stehen nicht zu ihren Gefühlen, erzählen beispielsweise als Mann, dass die Scheinpartnerin Petra heißt, die in Wirklichkeit ein Peter ist und umgekehrt verleugnen Frauen ihre Lebensgefährtinnen. Menschen kleiden sich so, wie andere es von ihnen erwarten, auch wenn sie sich damit nicht wohl fühlen. Frauen färben sich die Haare, obwohl sie es eigentlich gar nicht möchten. All das nur aus Furcht, als Individuum aufzufallen und eine Angriffsfläche zu bieten oder ein Außenseiter zu sein. Frauen verstecken sogar ihre besondere Ausstrahlung, weil sie befürchten, mit ihrem Intellekt nicht ernst genommen und auf ihr Äußeres reduziert zu werden. Missbrauch oder häusliche Gewalt in den Familien wird aus Angst vor den Konsequenzen stillschweigend geduldet. Ob dabei die Seele eines Kindes zugrunde gerichtet wird, ist dabei für die Weggucker unwichtiger, als ihre eigene Scheinwelt und Scheinsicherheit aufzugeben! Ehrliche Gefühle und auch mal zuzugeben, etwas NICHT zu schaffen, auch das wird in dieser ach so coolen Schwarzbrillenträgergesellschaft als Schwäche ausgelegt. Das Alter wird verleugnet und nicht mehr geachtet und beachtet… Das alles ist wirklich übel. Und so könnte ich unzählige kleine und große Lügen aufzeigen, die entstehen, wenn Menschen nicht ehrlich mit sich und anderen umgehen.

Was kann denn wirklich passieren, wenn du ehrlich mit dir und deinem sozialen Umfeld bist? Ja, du könntest entlassen, verlassen und nicht verstanden werden. Es könnte ein Verlust nach sich ziehen. Solch eine Erlösung macht aber gleichzeitig Platz für den heilsamen Gewinn, wenn du dir die Chance gibst, dich und dein Leben so aus- und einzurichten, dass das, was dann ist, auch tatsächlich dir entspricht!

Oft ist die Angst vor dem, was in deiner Fantasie herumspukt, größer, als das, was du in der Realität wirklich erleben, ja geschenkt bekommen würdest, wenn du diese Angst ablegen könntest. Die Angst entsteht nur durch deine negativen Gedanken, Vorstellungen und Erwartungen, die dich in deinem Zwangskorsett einengen. Sie wird vielleicht noch von deinem Umfeld geschürt. Aber vielleicht ist dein Gegenüber, dein Umfeld sogar dankbar für deine Offenheit und Ehrlichkeit und kommt nun endlich auch aus sich heraus. Es ist plötzlich ehrlich zu dir. Es trennt sich oder bleibt. Das was bleibt, schätzt dich um deiner Selbst willen. Du kannst ein Vorbild sein! Ich weiß, wovon ich spreche. Das ist doch viel wertvoller oder?

Ich habe mein Leben lang mit zunehmender Reife immer stärker und ehrlicher zu dem gestanden, was ich bin und was ich fühle. Vor allem habe ich nicht weggeschaut, wenn ich schädlichen, zerstörenden Missständen begegnet bin, mit denen sich niemand auseinandersetzen wollte. Dazu gehörte auch Missbrauch von Kindern! Das entsprach oft nicht dem, was die breite Masse um mich herum von mir erwartete oder mir vorlebte. Ich stand beruflich mehrmals vor dem scheinbaren Aus, weil ich meinen Mund aufgemacht habe und musste von vorne beginnen! In meiner Familie bin ich eine Außenseiterin und mein Freundeskreis war und ist immer überschaubar. Früher war der Kreis größer. Im Alter schrumpft er immer mehr zusammen, weil ich mich auf’s echte Wesentliche konzentriere. Meine Kunden und Klienten standen viele Jahre meiner Freiberuflichkeit nicht in Massen vor der Tür. Doch es werden im Gegensatz zu meinem Freundenskreis, je älter ich werde, zunehmend immer mehr! Diejenigen, die hier ankommen und das sind nicht wenige, darf ich glücklich machen, weil die Chemie stimmt und ich das Klientel anziehe, das zu mir passt. Umgekehrt passe ich zu denen, die sich mir anvertrauen. Das kann passieren, wenn du immer mehr zu dir selbst findest und JA zu dir sagst. Kein leichter Weg für mich, aber mit einem sehr erstrebenswerten und glücklichen Ziel!

Klar war dieser ehrliche Weg mitunter sehr anstrengend: Ich habe viel Lehrgeld bezahlt, bin immer wieder durch Versuch und Irrtum gegangen. Ich lebte in meiner Kinder- und Teenagerzeit in den 60er und 70er Jahren zunächst ziemlich angepasst und ließ mich unterdrücken, war aber im Inneren schon sehr revolutionär. In der Zeit war ich sehr oft krank. In meinen wilden Jahren der 80er und 90er war ich manches Mal vielleicht zu radikal und konsequent und musste meine und anderer Grenzen ausloten, um meine Stärken und Schwächen zu fühlen. Ich habe viele Leben gelebt und zugelassen, mich immer offen dazu bekannt, was und wer ich gerade war, auch wenn das manches Mal zunächst harte Konsequenzen anzog. Und das alles aus Überzeugung mit viel Leidenschaft und viel Herzblut und nicht, weil irgendetwas gerade „in“ war. Ich eigne mich nicht zum Massenmitläufer, sondern war und bin eher eine Frau, die polarisiert. Klar habe ich andere enttäuscht und verletzt, denn ich kann schließlich niemals allen Erwartungen, die an mich gestellt werden, gerecht werden. Wenn ich beispielsweise einen Menschen verlassen möchte, dieser aber nicht mich und darunter leidet, dann lässt mich das natürlich nicht kalt. Aber ich würde weder diesem Menschen, noch mir, noch Kindern, dauerhaft Glück bringen, wenn ich mich selbst und meine Empfindungen verleugnen würde. Das bedeutet nicht, leichtfertig mit sich und anderen umzugehen. Im Gegenteil, dazu gehört eine große Portion ehrliche Verantwortung für sich und andere. Und so zu leben, lohnt sich, denn diese Echtheit im sozialen Miteinander fühlt sich geborgen, vertraut, verständnisvoll, intensiv, lebendig, warm und liebevoll an! Das ist das genaue Gegenteil von Oberflächlichkeit, die ich nicht ertragen kann, weil ich weiß, wie sich die Intensität anfühlt.

Ich konnte in jüngeren Jahren auch ein Biest sein, das schon mal absichtlich jemanden gepiesackt hat. Wenn ich heute darüber nachdenke, dann schüttele ich nur noch den Kopf. Hass oder Rache schadet wirklich nur einem selbst. Ich bin wirklich heute im Frieden mit allem und würde mich so wie damals wirklich nicht mehr verhalten. Zum Glück bleiben bei mir immer die schönen Erinnerungen und das Negative wird nach bewusster Verarbeitung (habe mir dabei auch professionelle Hilfe gegönnt) wirklich gleichgültig. Ich könnte heute jeden umarmen, der mich mal verletzt hat. Außerdem habe ich mit den Betreffenden meist auch Gutes erlebt.

Ich bin einfach nur ich, ein Individuum, wie jedes Lebewesen und ich bin jetzt stolz darauf. Das war ich auch nicht immer, denn ein Selbstwertgefühl aufzubauen, ist ja ein Entwicklungs -und Reifeprozess. Ich würde heute für keine materielle Sicherheit der Welt Wege der Unehrlichkeit und Selbstverleugnung gehen. Das würde mich nicht glücklich machen, auch wenn mir Sicherheit noch so wichtig ist! Natürlich war ich nicht glücklich, wenn ich mal arbeitslos war und mich unverstanden oder einsam fühlte. Aber diese Zustände waren vergänglich, weil ich um Neues gekämpft habe, was besser zu mir passte, als das Alte und so ging es Schritt für Schritt weiter auf meinem Seelenweg…

Vor einigen Tagen schrieb mir eine Blogleserin, ob sie als Herbsttyp zu einer bevorstehenden Beerdigung auch Dunkelbraun tragen könnte. Da beginnt es schon. Falle ich negativ auf? Was denken die anderen über mich? Halten sie mich für pietätlos?… Also, ich sage dazu folgendes: Die Kleidung trauert nicht, sondern die Person. Natürlich nehme ich Rücksicht auf die Trauernden, wenn ich das Gefühl habe, dass sie in ihrem Gefühlszustand keine lebendige Farbenfreude ertragen. Aber, ob ich mit Schwarz, Braun oder einer anderen zurückhaltenden Farbe trauere oder zu einer Beerdigung gehen möchte, sollte schon mir überlassen bleiben. Ich habe weder zu der Beerdigung meiner Eltern, noch zu den Beerdigungen bester Freunde Schwarz getragen, nicht, weil ich sie nicht geliebt habe, sondern weil ich grundsätzlich (und das schon bevor ich wusste, dass ich ein Herbsttyp bin) kein Schwarz trage und die Intensität oder Echtheit meiner Trauer davon nicht abhängt. Mir ist es egal, was der ein oder andere darüber denkt. Jeder sollte in dieser Hinsicht doch das tun, womit er selbst klar kommt und womit er persönlich das am ehrlichsten ausdrücken kann, was er gerade fühlt oder? Zu meiner Beerdigung könnte ich mir orange Blumen auf einem fröhlich bunt bemalten Sarg vorstellen. Jeder darf, wenn er möchte, in seinen farbtypgerechten Garderobenfarben erscheinen, damit alle wirklich schön aussehen, wenn sie sich von mir verabschieden. Ganz so, wie ich es auch jetzt zu Lebzeiten liebe! Oder ich werde einfach verbrannt und habe kein Grab. Das ist mir so was von. Das sollen die Hinterbliebenen entscheiden, denn sie hätten schließlich die Arbeit oder auch nicht! Oh, ich bin vom Thema abgekommen…

Ich habe mir manchmal mehr Leichtigkeit und materielle Sicherheit gewünscht und mich nach einen klaren Lebensweg gesehnt. Und gerade die Sicherheit, auch die emotionale, die für mich sehr wichtig ist, sollte ich zu manchen Zeiten im Außen nicht erhalten. Ich war und bin immer noch dazu angehalten, sie wirklich in mir zu finden, obwohl ich seit 2012 glücklich verheiratet bin. Mein Mann, der seit acht Jahren an meiner Seite ist, gibt mir wirklich Geborgenheit und ich darf mich bei ihm sicher fühlen. Doch ich muss diese Sicherheit in mir selbst spüren. Erst dann finde ich meinen Halt. Da ich „nur“ ein Mensch bin klappt das mal mehr, mal weniger. Gerade jetzt, wo ich schon auf die 60 zugehe, setze ich mich natürlich mit Themen auseinander, die für mich als junger Mensch unwesentlich waren. Jetzt erhält das Thema Sicherheit ein anderes Gewicht. Dann denke ich schon mal darüber nach, was würde, wenn…, und Ängste und Zweifel kommen auf. Je mehr ich bei mir bin und in meinem Ur-Vertauen, desto mehr weichen meine Selbstzweifel dem Gefühl der Dankbarkeit an das Leben und das Sein. Ich fühle mich geliebt, geborgen und getragen im Vertauen, dass ich niemals wirklich allein sein werde, weil immer alles zur rechten Zeit da ist, so wie JETZT und das ist wundervoll!

Du musst natürlich nicht so einen extremen Lebensweg haben, wie ich, wenn du ehrlich mit dir und anderen umgehst und JA zu dir sagst! Du gehst ihn vielleicht leichter und direkter und nicht mit vielen Umwegen. Ich will dir hier keine Angst machen, denn jeder Mensch hat einen eigenen, individuellen Seelenweg, eine andere für ihn stimmige Lebensweise und eine völlig andere Art mit sich und seinem Umfeld umzugehen. Da gibt es keine Patentlösung. Du hast ganz andere Aufgaben zu lösen als ich und du bringst eine vollkommen andere Grundvoraussetzung mit. Sie könnte auch ähnlich sein und trotzdem wirst du etwas anderes daraus machen. Es gibt da kein Besser und Schlechter.

Meine Kindheit hat mich geprägt und ich bin wahrscheinlich eine Scanner-Persönlichkeit, deshalb sowieso nicht einfach gestrickt. Wenn du auf den Link klickst, kannst du lesen, was das ist. Nur früher kannte man das noch nicht. Es gab auch kein Internet und nicht so eine Bandbreite an Möglichkeiten, sich zu informieren, unterstützen und helfen zu lassen. Trotzdem hatte diese Zeit auch wundervolle Vorzüge, die ich heute vermisse. Doch das würde nun wieder das Thema sprengen. So hat nicht nur jeder Mensch unterschiedliche Herausforderungen zu meistern, sondern jedes Zeitalter fordert uns auf seine besondere Weise. Es gibt also in dem Sinne keine gute alte Zeit…

Ich höre jetzt auch mal auf. Es ist alles gesagt. Also, trau dich, ein einzigartiges Individuum zu sein! Und wenn du es nicht kannst, dann steh dazu und lass auch mal Hilfe zu. Schwäche zu zeigen, ist eine Stärke! Du musst nicht alles alleine schaffen! Auch so ein Thema! Das kann ich auch nicht immer und zu jeder Zeit. Auch als Therapeutin brauche ich ab und zu meine Seelenmassagen. Wir sind alle „nur“ Menschen. Wichtig ist, dass wir uns dessen bewusst sind. Wir sind keine perfekten Maschinen, sondern vollkommen(d) mit all unseren Stärken und Schwächen, für die wir uns nicht schämen brauchen. Wir können uns wechselseitig und füreinander bereichern, denn was der eine nicht kann, kann der andere…

Warum ich das alles mitteile? Weil das Thema „Sag JA zu dir und steh zu dir selbst“ einen sehr hohen Stellenwert in meinen Beratungen einnimmt, sowohl bei Frauen und als auch inzwischen zunehmend bei Männern, die leider immer noch weniger Selbsterfahrung zulassen. Männer, die meine Beratung aufsuchen, erkennen, dass auch sie sich zeigen dürfen, auch mit ihren Schwächen und das sogar müssen, um nicht zu erkranken und sich selbst zu zerstören! Sie möchten, so wie meine weiblichen Kunden und Klienten, im wahrsten Sinne des Wortes Farbe bekennen!

Es gehört zu meinem Beruf, Menschen auf dem Weg, ihre wahre Natur sichtbar zu machen, zu unterstützen und vor allem, ihnen MUT zu MACHEN, authentisch zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen kraftvollen, zugleich leichten und farben-licht-reichen Tag!

Herzlichst

Eure Sabina Boddem

www.farben-reich.com