EIGEN-ART-FANTASIEREISEN, Traum-raum

Traum-raum, wo Wünsche wahr werden

Fantasiereise: 

(Überall dort, wo die Pünktchen stehen, einige Minuten während des Vorlesens Zeit geben, damit sich der Fantasiereisende etwas vorstellen kann.)

Stell dir vor du sitzt auf einer weichen, kuscheligen Wolke. Sie ist ganz leicht, doch du weißt, dass sie dich sicher trägt…  Deine Wolke kuschelt dich ein, sie schützt und hält dich…

Mach es dir auf dieser Wolke so bequem wie möglich – weil sie dich auf eine kleine Reise begleiten wird  …  Allmählich bemerkst du, wie die Wolke sanft abhebt und zum Fenster hinaus schwebt … Du spürst einen angenehmen Wind, der dein Gesicht streichelt und du fühlst eine grenzenlose Leichtigkeit … Gerade, als du dich fragst, was das wohl zu bedeuten hat, siehst du vor dir einen goldenen Schriftzug, der sich wie ein Regenbogen über den Himmel erstreckt…

„Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“,

verheißen diese wundervollen Buchstaben … Ehe du dich versiehst, öffnet sich unter dem goldenen Bogen ein märchenhaftes, großes schlossartiges Tor… Leise klingen feenhafte Töne an dein Ohr und vor dir erscheinen viele zauberhafte Türen, die alle einen Namen haben… Es sind die Türen zu deinem ganz persönlichen Wunschtraum… Es gibt diesen Traum und du weißt, dass er gut ist für dich… Du öffnest deine Lieblingstür…  Dein Traum wird nun ganz deutlich sichtbar… Nimm dir Zeit und diesen Raum und gestatte dir, deinen Traum vor deinen Augen lebendig werden zu lassen… Alles ist lebbar und gut, so wie du es siehst und fühlst. Alles darf sein…

Nun wird es Zeit für den Rückflug. Nimm alles, was du erlebt hast in dein Herz auf mit in dem sicheren Bewusstsein, dass dein Traum nicht verloren geht… Du kletterst auf deine Wolke und bereitest dich auf die Reise vor… Nun öffnet sich deine Traumtüre, sanft schwebst du durch das große Tor in Richtung des Ortes, in dem du dich gerade befindest… Vor dir steht in großen regenbogenfarbenen Buchstaben:

„Herzlich Willkommen in deinem eigenen Reich, dem Mutmachraum zur Traumgestaltung“

……..

Dein Traum freut sich, von dir sichtbar gemacht zu werden…“ Und schwups landest du sachte auf deinem Platz… räkelst und streckst dich… gähnst vielleicht mal ganz laut…  Nun öffne deine Augen…

 Text: © Sabina Boddem

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EIGEN-ART-FANTASIEREISEN, Im Land der Collagen, Sonstiges

Im Land der Collagen

Diese Fantasiereise dient zur Kreativitätsförderung und Motivation als Einstieg zum kreativen Ausdruck … Sie ist für Kinder und Erwachsene geeignet.

Alle sitzen im Kreis (Hocker oder Kissen nach Wahl), nehmen eine entspannte Sitzhaltung ein (Hocker – Füße nebeneinander auf dem Boden / Kissen – Schneidersitz), Hände locker auf  dem Schoß oder Arme hängen lassen …. (natürlich kann das auch liegend durchgeführt werden!)

Entspann´ dich. Schließe die Augen, wenn du möchtest und atme bewusst ganz tief ein und aus … Spüre, wie dein Bauch sich beim Einatmen hebt und beim Ausatmen wieder senkt …  Atme weiter so, wie es dir gut tut ein und aus … Lass deinen Atem durch dich hindurch fließen, kommen und gehen, so wie deine Gedanken ….

Stell Dir vor, du gehst hier zur Haustüre hinaus. Da kommt eine kunterbuntes Auto angefahren. Du denkst, was ist das denn für ein ulkiges Teil, das sieht ja lustig aus, mit dem möchte ich auch mal fahren ….. Kaum hast du diesen Gedanken zugelassen, da fängt das Auto an zu sprechen. „Steig ein“, sagt es. „Ich fahr´ dich zum Land der Collagen“. Ehe du überhaupt verstehen kannst, ob das ein Traum oder Wirklichkeit ist, sitzt du schon in diesem wundersamen Fahrzeug, das ganz von selbst fährt. Du fühlst dich gar nicht beängstigt, weil es so urgemütlich und behaglich ist in diesem Fahrzeug. Du spürst eine angenehme Atmosphäre und eine ruhige Sicherheit …………  Als du aus dem Fenster schaust und erwartest, Häuser zu sehen, weißt du dass du angenehm träumst. Es ist ein lustiger Traum, denn du fährst geradewegs hinein in deine Lieblingsfarben ………. Vor dir und rechts und links, überall tanzen plötzlich Papierschnipsel herum. Sie fügen sich immer wieder zu neuen Bildern zusammen. Weil du dir das genauer betrachten möchtest, hält das Auto an, und du steigst aus. So etwas märchenhaft schönes hast du noch nie vor deinen Augen gesehen. Diese Farben und Formen ………  Manche Formen haben vielleicht nicht nur interessante Umrisse, sondern laden dich auch zum Tasten und befühlen ein ……. Vielleicht tauchen auch Bilder, Fotos oder Schriften auf, die dir etwas mitteilen ………..  Du bist ganz fasziniert von diesem wunderbaren Mosaik, das sich vor deinen Augen ständig verändert. Du prägst dir alles gut ein, denn du möchtest diesen Eindruck so gerne mitteilen. Nimm dir die Zeit ……………………….  Allmählich beobachtest du, wie sich das Bild vor dir beruhigt. Egal, ob es dunkel oder hell, leuchtend oder zart ist, uni oder bunt. Es sind deine Puzzleteile, die sich zusammen gefügt haben, um dir ein Geschenk zu bescheren. Vor dir siehst du deine Collage ……………………   Irgendwann, hörst du ein leises Hupen. Es ist das bunte Auto, das dir sagen möchte. „Schau dir dein Bild noch einmal an, nimm es mit in deinem Herzen und steig ein“ ………… Das Auto fährt mit dir los …..  Du erkennst den Raum, in dem Du liegst, und da lacht dir auch schon Deine dir vertraute Umgebung entgegen  ….  Nanu, habe ich geträumt? Du bewegst dich ein bisschen hin und her …. reckst und streckst dich …. reibst dir die Augen und kommst allmählich wieder hier in den Raum zurück …….

Text: © Sabina Boddem

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Der tanzende Bleistift, EIGEN-ART-FANTASIEREISEN

Der tanzende Bleistift

Als motivierende Einführung einer kunstpädagogischen Aufgabe „Zeichnen mit einem weichen Bleistift nach Musik“ fiel mir diese Geschichte ein:

Es war einmal ein Bleistift, der lag in einem Federmäppchen und war ganz traurig. „Keiner mag mich“, dachte er. „Die Kinder greifen immer nur nach bunten Stiften, die so schöne lustige Farben auf ein Blatt malen und ich bin so hässlich und langweilig. Was können die Kinder auch an mir schon interessant finden außer, dass sie mit mir Rechenaufgaben in Hefte oder Bücher schreiben. Nichts als Zahlen oder Buchstaben, bei denen die Kids doch nur stöhnen, bringe ich zustande. Und dann werde ich zu guter letzt auch noch ausradiert, weil ich doch nur Fehler mache. Tja, und das schlimmste ist, dass ich dabei auch noch immer kürzer werde.“

Der Bleistift weinte und das tat er so lange, bis er schließlich in dem dunklen Federmäppchen vor Erschöpfung einschlief:

Und stellt euch vor, was dann passierte! …

Von irgendwo her erklang eine leise Musik. Sie war ganz sanft und langsam. Der Bleistift wurde wach und als er aus dem Mäppchen lugte, lag ein weißes Blatt vor ihm. Auf dem stand in großen Buchstaben geschrieben: „TANZE BLEISTIFT UND ZEIG, WAS DU KANNST! ZEIG, WIE SCHÖN DU BIST, DENN NIEMAND KANN SO ZEICHNEN WIE DU!“

Kaum hatte der Bleistift die Schrift gelesen, da war sie verschwunden. Vor ihm lag ein weißes Blatt. Der Bleistift wusste nicht, ob er wach war oder träumte. Doch die wunderschöne Musik ließ ihn schnell alles um ihn herum vergessen und er wiegte sich in ihrem Rhythmus hin und her, nach rechts, nach links, vor und zurück.

Und stellt euch vor, auf dem weißen Blatt entstanden sanfte, zarte und helle Linien, Striche und Wellen.

Die Musik wurde schneller, lauter, fröhlicher … Der Bleistift wirbelte jetzt über die weiße Fläche und drückte sich vor Freude mit seiner Spitze immer fester auf das Blatt. Wilde Kreise, kleine und große, dunkle Wellenlinien und schließlich gar spitze Zacken tauchten auf. Das Blatt füllte sich mit vielen, vielen unterschiedlichen Linien und Formen: Helle, dunkle, lange, runde, eckige, gezackte und gerade … Das sah nach allem anderen als langweilig aus!

Der Bleistift war ganz außer Atem und kam gar nicht mehr mit, als die Musik wieder sanfter wurde … immer ruhiger …

Der Bleistift hatte keine Kraft mehr. Er schwebte hin und her … ganz langsam wiegte er sich und zauberte dabei wieder helle Linien, die er kreuz und quer über das Blatt zog. Schließlich legte er sich müde hin und brachte nur noch weiche Balken zustande, weil er sich faul mit der gesamten Länge seiner Spitze über die Fläche rollte bis die Musik verschwunden war …

Der Bleistift stutzte. Nanu, was war denn das? Um ihn herum standen die Buntstifte und klatschten Beifall:

„Bravo!“ riefen sie. „Bravo! Niemand zeichnet so schöne helle und dunkle Linien, Kreise, Zacken und viele andere Formen, wie du. Du brauchst gar keine Farbe. Du wirkst durch deine Linienvielfalt viel besser. Außerdem, Grau ist auch eine Farbe und sogar die Summe aller bunten Farben zusammen. Und du kannst sogar mit deiner Spitze ganz viele Graus zaubern, ja sogar fast ein Schwarz.“

Als der Bleistift das hörte, hüpfte er vor Freude auf dem Blatt hin und her und hinterließ zu allem anderen auch noch dicke und dünne Pünktchen. Aber dann war er wirklich müde, legte sich glücklich neben den dicken Füller, kuschelte sich an den großen, weichen Radiergummi, vor dem er nun gar keine Angst mehr hatte und träumte von Kindern, die einmal mit ihm gemeinsam tanzen möchten …..

Text © 1988 by Sabina Boddem

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