Vorsicht vor Fangfragen im Interview!

Ihr Lieben,

heute kommt ein nicht so schönes Thema, zumindest war das, was ich kürzlich erlebt habe, nicht positiv. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen weitergeben und allen, denen ein Interview bevorsteht und die noch nicht erfahren sind mit Interviewgesprächen, ein paar Tipps geben, damit Sie nicht einen derartigen Reinfall erleben, wie ich ihn gerade hinter mir habe.

Ich wollte eigentlich die Namen der Interviewerin und des Senders preisgeben, aber damit würde ich mich auf das gleiche Niveau herablassen. Also spreche ich von Ella Schlange, deren Namen ich gerade spontan erfunden habe.

Höre auf Dein Bauchgefühl!Vor einigen Wochen kam Frau Schlange von einem Internet-Radiosender via Mail auf mich zu, weil sie mit mir ein Interview machen wollte zu folgenden Themen, „Kann man Menschen anhand von Farbvorlieben oder Farbabneigungen Persönlichkeitseigenschaften zuordnen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Farben und bestimmten Persönlichkeitstypen?“ Ich fand die Frau am Telefon schon etwas enttäuschend, weil sie ausgerechnet von mir während des Telefonats wissen wollte, ob ich dafür kompetent sei. Ich dachte, sie hätte sich vorher mal über mich erkundigt und wäre aufgrund meiner Kompetenz auf mich aufmerksam geworden. Das gab mir schon ein komisches Bauchgefühl, aber ich bin ja ein positiv denkender Mensch und maß dem nicht viel Bedeutung bei. Zuvor hatte ich mich über den Sender im Netz schlau gemacht und konnte nichts unseriöses erkennen. Vielleicht hätte ich mir mal einige Interviews anhören sollen. Wir verabredeten also einen persönlichen Interviewtermin in meinem Beratungsraum. Bis zu diesem besagten Tag erhielt ich von Frau Schlange einige Fragen und Informationen, die mich wieder verwunderten und ich schrieb ihr zurück, dass ich im bevorstehenden Interview schon gezieltere Fragen benötigen würde und sie sollte doch bitte nicht zu viel in das Thema packen. Zudem sei ich nicht für alles zuständig, da es sich bei einigen ihrer Fragen um ein völlig anderes Sachgebiet handeln würde. Und ich wollte auch keine Persönlichkeitsanalyse von ihr machen. Ich hatte das Gefühl, dass die junge Frau noch wenig Interviewerfahrungen und zudem überhaupt keine Ahnung von Farben und ihre Wirkungen hatte. Später, „als das Kind schon in den Brunnen gefallen war“, las ich im Internet, dass sie noch in der Ausbildung ist. Ich hatte irgendwie keine Lust und freute mich nicht auf den Termin wie sonst, wenn ich Interviews für öffentliche Medien geben sollte. Da ich aber bisher nur gute Erfahrungen gemacht hatte, dachte ich: „Komm das wird schon. Vielleicht ist das nur das Lampenfieber.“ In Wirklichkeit hatte ich ein schlechtes Bauchgefühl und wollte nicht darauf hören!

Als Ella Schlange bei mir war, machte sie zunächst einmal einen netten und vom rein Menschlichen her einen vertrauenerweckenden Eindruck. Warum sollte ich also nicht probieren, ob es mit ihr funktionierte? Als es losging, wollte sie unbedingt sofort eine Persönlichkeitsanalyse von sich aufgrund ihrer Farbvorlieben und Farbabneigungen. Ich hatte sie schon vorher per Mail darauf hingewiesen, dass ich so etwas unseriös finde, da ich sie nicht kenne und auch diese Art Gespräche nicht passend für die Öffentlichkeit finde, da so etwas, auch wenn es seriös behandelt würde, einfach zu persönlich wäre. Sie drängte und forderte so lange, bis ich wage etwas äußerte, aber immer mit dem Hinweis darauf, dass das so sein könnte und ich es nicht mit Sicherheit so einfach behaupten dürfte, da ich sie gar nicht kennen würde, solch eine Schnellanalyse für ein Interview ungeeignet sei, weil dieses Thema auf diese Art und Weise völlig falsch und oberflächlich dargestellt würde. In meinen Beratungen läuft solch eine Erkennung einer Person ja völlig anders ab und auch da vermute ich nur bestimmte Eigenschaften und Zusammenhänge, die mir meine Klienten dann jedoch immer bestätigen. Das kann man aber überhaupt nicht mit solch einem Interview vergleichen.

Frau Schlange und ich unterhielten uns fast eine Stunde bei laufendem Mikrofon miteinander und ich dachte oft zwischendurch, sie hätte nichts verstanden von dem, was ich ihr erzählte. Und sie wollte es wahrscheinlich auch nicht so verstehen, wie ich es meinte. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass alles nur dem Zwecke diente, meine Ansichten bloß zu stellen, so nach dem Motto „Esoterikwischiwaschi“ versus einer renommierten Wissenschaftlerin. Es ging überhaupt nicht um mein Fachwissen und um meine vertrauenswürdigen Erfahrungen aus 23 Jahre langer Praxis mit Menschen, sonst hätte sie völlig andere Äußerungen von mir veröffentlicht! Es ging lediglich darum, das was ich sagte, wissenschaftlich und zurecht zu widerlegen. Denn das, was sie aus meinem fundierten und erfolgreich angewendeten Wissen völlig aus dem Gesprächszusammenhang herausgeschnitten hatte, hätte jeder mit nur ein bisschen Grips im Kopf widerlegt. Dafür muss man keine Wissenschaftlerin aus dem Ausland zitieren! Der gesamte Bericht stellt also unsachlich zwei unterschiedliche Meinungen zweier gleichwertiger Respektspersonen mit fundiertem Wissen und Erfahrungen dar! Das hat mich schon verletzt, weil mein Herzblut, das ich in meine Arbeit stecke und wie ich diese verstehe und ausübe, einfach nur missachtet wurde und nicht respektiert.

Frau Schlange meinte bei der Verabschiedung, ich wäre schwer festzulegen. Ja klar, ich konnte und wollte mich nicht mit Pauschalaussagen festlegen und auf dieses Niveau herablassen, auf das sie mich immer wieder versuchte zu ziehen und ich hatte während des Gespräches immer wieder betont: „Bei Farben, ihren Wirkungen und den Zusammenhang mit der Natur, uns Menschen inklusive, geht es um ein sehr komplexes und umfangreiches Thema, das wir nicht behandeln dürfen, wie ein oberflächlich zusammengebasteltes Horoskop aus der Regenbogenpresse!“ Und trotzdem bin ich mit zwei Sätzen in die Falle getappt, die einfach aus dem Kontext geschnitten wurden, so dass diese Sätze beim Zuhörer herüberkommen müssen, wie dummes Geschwätz mit dem reißerischen Kommentar zur Einleitung des Interviews der lautete: Boddem‘ s knallharte Persönlichkeitsanalyse, die sie von mir machte, weil ich Rot nicht mag: „…“ Was, das möchte ich hier nicht weiter wiedergeben, denn das war echt respekt- und achtungslos!  So etwas gehört sich einfach nicht!

Natürlich bekam ich nicht wie versprochen vorher noch eine Hör oder Leseprobe und ich bekam auch nachdem der Mist schon im Netz war kein versprochene MP3-Datei davon. Nur ein paar Worte in einer Mail, wohlgemerkt am Ostersonntag mit dem Hinweis, dass das Interview bereits schon seit Karfreitag im Internetsender sei und ich hoffentlich damit einverstanden wäre, dass sie noch eine andere Meinung einer Wissenschaftlerin eingeholt hätte!!! Ich habe mich sehr geärgert und ihr in mehreren Mails und in einem Telefonat erklärt, warum ich es nicht dulden würde, dass so etwas von mir zu lesen und zu hören sei. Daraufhin wurde zwar der Text entfernt, aber die reißerische Glosse im hörbaren Interview wurde nicht gelöscht. Ob das für mich schädigend sein könnte oder nicht ist diesem Sender völlig egal. Ich frage mich, was der Hörer nun von solch einem oberflächlichen Pamphlet hat. Diese Interview hat überhaupt keinen Nährwert, sondern stellt ein bedeutendes Thema, das so wichtig ist für die Menschen, gerade in der heutigen Zeit, dermaßen diffamierend dar, dass es wieder mal von niemandem ernst genommen werden kann.

Ich hätte mir vorher die Mühe machen müssen, mir einiges anzuhören und durchzulesen. Dann wäre mir auch aufgefallen, wie oberflächlich dieser Sender ist. Aber da ich gelesen hatte, dass der besagte Sender mit einem anderen seriösen Radiosender zusammenhängt, mit dem ich sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, dachte ich, dass nichts schief gehen könnte. Und trotzdem war da vorher das ungute Bauchgefühl und das hätte ich ernst nehmen müssen. Das war mir mal wieder eine Lehre.

Also, wenn jemand eine Interviewanfrage erhält,

  • dann erkundigt Euch nicht nur nach der Seriosität und den genauen Inhalten des Senders, sondern fragt gezielt, warum, zu welchem Zweck das Interview gemacht werden soll,
  • also welches Ziel dieses Interview haben soll.
  • Was möchte es dem Hörer oder Leser vermitteln?
  • Welche Botschaft soll es haben?
  • Geht es dabei tatsächlich um Euer Wissen, um Eure Arbeit und ob das, was Euch am Herzen liegt, tatsächlich so vermittelt wird, wie Ihr es Euch wünscht und für richtig haltet?
  • Oder werdet Ihr nur benutzt als Mittel zum Zweck, also ganz klar missbraucht, so wie ich?
  • Lasst Euch vor der Veröffentlichung einen Entwurf zeigen.
  • Sichert Euch am besten vorher schriftlich ab!

Ella Schlange ist noch sehr jung und unerfahren. Aber trotzdem hat sie nicht das Recht mit derartigen Machenschaften sich Informationen zu erschleichen, die sie dazu benutzt, um etwas so darzustellen, wie sie es gerade braucht.

  • Denn hier ging es nicht um meine wertvolle Arbeit, sondern nur darum, das zu widerlegen, was ich gesagt habe!

Sie hätte es ganz lassen sollen, weil sie mir beim Abschied ja schon andeutete, dass sie nicht klar kam. Da ich nichts mehr von ihr hörte, dachte ich auch, dass das Interview gar nicht ausgestrahlt würde. Jetzt winden sie und die Redaktion sich wie ein Aal und drehen mir die Worte im Mund herum, nur um zu begründen, warum sie es nicht für nötig halten, das Interview ganz aus dem Netz zu nehmen. Die reißerische und farblich auffällig hinterlegte, schriftliche Glosse haben sie ja schon entfernt und für den Rest wird es Zeit!

Und was sagt mir das? Immer, wenn ich nicht auf mein Bauchgefühl höre, falle ich rein. War es nur meine Gutgläubigkeit oder meine Eitelkeit, weil jemand etwas von meiner Arbeit wissen wollte, dass ich es drauf ankommen ließ? Klar, freue ich mich, wenn jemand ein Interview mit mir machen möchte. Aber nicht um jeden Preis! Vielleicht sollte ich mir das beim nächsten Mal bezahlen lassen, denn es ist meine Arbeitszeit, die damit verloren geht. Erfahrungsgemäß habe ich nicht viel von solch einem Interview, denn egal ob es gut oder schlecht gelaufen ist, es kommen anschließend nicht scharenweise Kunden oder Klienten an. Ansonsten hat es mir bisher einfach Spaß gemacht interviewt zu werden und ich habe mich jedes Mal gefreut, dass Themen, die mir am Herzen liegen, vielen Menschen zuteil werden dürfen egal, ob es materiellen Gewinn gebracht hat oder nicht. Und dieses  Mal war es eben ein Reinfall. Was soll‘ s? Ist schnell vergessen, eben weil alles zu schnelllebig ist. Hat dann ja auch was für sich oder? 😉

In diesem Sinne, passt gut auf Euch auf, hört auf Euer Bauchgefühl und auf Euer Herz!

Farbenfrohe und sonnige Grüße aus Düsseldorf

Sabina Boddem

www.farben-reich.com

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2 Kommentare

  1. Hallo 🙂 Wo und wie kann man dieses Interview denn hören/lesen? Würde mich echt interessieren. Es ist natürlich extrem ärgerlich, dass das der Aufwand nur betrieben wurde, um dich/Sie bloßzustellen, wobei das den Punkt auch nicht trifft, da du/Sie ja zu pauschalen Aussagen gedrängt wurdest, die gar nicht deinen tatsächlichen Kompetenzbereich betreffen. Hast du dich beim Sender beschwert, bzw. um Richtigstellung gebeten?

    LG

    1. Natürlich habe ich mich beschwert. Das lässt die völlig kalt und man windet sich wie ein Aal, wie ich es bereits erzählt habe.

      Man hat meine Aussage so geschnitten, dass sie derart dargestellt wird, als ob ich die Frau ernsthaft so knallhart (wortwörtliche Einleitung der Sprecherin vor dem Interview) analysiert hätte. Das ist ja gerade die Frechheit. Und dann noch diese unverschämte Einleitung des Interviews!

      Ich möchte das Interview nicht nennen, weil ich mich nicht auf die gleiche Stufe, wie dieser Sender stellen möchte, in dem ich ihn öffentlich bloßstelle, wie er das mit mir gemacht hat!

      Liebe Grüße

      Sabina

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