Ich wage es, anders zu sein und meinen natürlichen Farbtyp zu leben

Bildquelle: www.grafikdesignbykiss.com

Ein schwarzes Schaf zu sein, hört sich leider immer noch ziemlich negativ an. Aber dieses Bild und seine Aussage fand ich so schön und gelungen, dass ich Monika Schweitzer direkt fragte, ob ich ihr Bild hier mit einem Artikel veröffentlichen darf.

Ich war und bin oft in meinem Leben anders, trete aus der Masse heraus und war früher das schwarze Schaf. Heute fühle ich mich nicht mehr als schwarzes Schaf, denn es gibt nichts mehr Negatives aufzuarbeiten. Das alles liegt zum Glück hinter mir und ich bin mit mir und allen Menschen im Reinen und im Frieden. Ich bin gerne ein authentischer und selbstbewusster Mensch, der nicht mit der Masse läuft. Auf unserer Hochzeit 2012 formulierte der Ordensbruder, der uns traute, in seiner Predigt das sehr liebevoll, indem er sagte: „Sie war das bunte, schwarze Schaf in der Familie …“ sodass nicht nur mein Mann und ich, sondern auch meine Familie darüber herzhaft schmunzeln konnten.

In meinen Beratungen geht es immer wieder darum, dass meine Kunden ihre ganz eigene, individuelle Schönheit erkennen und schätzen lernen möchten und nicht mehr darauf hören wollen, was der Frisör, die Verkäuferin oder sonst wer erzählt so nach dem Motto: “ Schwarz macht dich schlank! Schminke dich zu den Modefarben, damit du nicht zu blass bist! Färbe deine Haare, weil sie wie ein „Straßenköter“ aschblond oder mausgrau sind! Du musst unbedingt diese oder jene Farbe tragen, weil sie Mode ist und weil alle sie im Büro oder … tragen! Lass dich liften, nimm teure Antifaltenprodukte, hungere dich schlank und so weiter und sofort …“😦

Die Verallgemeinerung „Schwarz macht schlank“ ist absoluter Quatsch! Wenn beispielsweise ein vollschlanker Frühlingstyp schwarz trägt, dann kommt eine schwarze Wand daher, weil die Farbe viel zu dominant ist für die Person und so schaue ich nur noch auf die schwarze Garderobe und nehme die Figur noch mehr wahr. Wenn ein Frühlingstyp seine lichten und fröhlichen Farben trägt, das Haar entsprechend seinem Farbtyp natürlich lässt oder natürlich tönt und darauf achtet, dass er durch den passenden Stil seine Figur optimal umschmeichelt, damit der Blick von dem abgelenkt ist, was er nicht so gerne von sich zeigen möchte, dann schaue ich der Person eher ins Gesicht, in die Augen und überall dorthin, wo sie vorteilhaft wirkt.

Schminke dich zu der nicht zum Typ passenden Modefarbe, damit du nicht blass darin aussiehst, ist völliger Blödsinn! Beispiel: Eine Verkäuferin sagte zu meiner Kundin, sie sollte mal die weiße Bluse mit der schwarzen Jacke anprobieren, weil das total in wäre. Die Kundin hatte helle und pfirsichfarbene Haut, helles rotblondes Haar und sehr helle Augenbrauen. Ich antwortete der Verkäuferin, dass ich nach einer hellbraunen Jacke mit einer cremefarbenen Bluse gefragt hätte, denn meine Kundin würde in schwarz-weiß völlig untergehen. Daraufhin meinte die Verkäuferin: “ Dann sollte sie sich mal vernünftig schminken und die Haare färben, dann würde das auch passen und außerdem müsste man das doch angezogen sehen.“ Unmöglich oder?!? Erstens müsste sich die Kundin wie ein Wintertyp zurecht machen, was völlig gegen ihre Natur wäre und zweitens muss sich die Modefarbe dem Menschen anpassen und nicht umgekehrt!

„Färbe deine Haare, weil sie aschblond sind oder weil du grau bist, denn das sieht aus, wie ein Straßenköter und grau macht alt“ ist der totale Bullshit! Aschblondes Haar kann wunderschön und edel aussehen, wenn die Person die typgerechten Farben dazu trägt und sich typgerecht schminkt. Es ist dann weder langweilig, noch macht diese Farbe alt! Wenn die Haarfarbe stumpf ist und wirklich getönt werden sollte, dann jedoch im typgerechten, natürlichen Farbton! Aber altbacken und unmöglich sieht es aus, wenn die Frisöre den aschblonden Sommertypen, goldbraune, goldblonde oder rotbraune Haare verpassen, denn das passt überhaupt nicht zum Gesichtsteint, zum Dekolleté und zu den Augen. Und dann ist es wenig vorteilhaft, sich auch noch passend zur Haarfarbe und zu den falschen Garderobenfarben zu schminken! Wo bleibt da noch die Wertschätzung der eigenen, ganz individuellen, natürlichen Schönheit? Das Make-up und die Garderobenfarben, so wie die Haartönung sollten diese unterstützen und akzentuieren und nicht übermalen und erdrücken! Auch graue Haare haben nichts mit altem Aussehen zu tun. Es gibt Frauen, die sehen wundervoll damit aus, wenn sie die typgerechten Farben dazu tragen. Die einen haben weißes Haar, die anderen silbernes, wiederum haben manche Menschen weißes und silbernes zugleich … Toll, wenn man als Frisör mit diesen Naturwundern spielt und sie mit typgerechten Tönungen oder Färbungen unterstützt. Es gibt natürlich auch Menschen, an denen das Grau in jungen Jahren wirklich nicht so vorteilhaft aussieht, was aber dann mit dem individuellen Typ zu tun hat und nicht verallgemeinert werden kann.

Die Botschaft „Die Farbe muss dir stehen, weil man das so trägt …“ kannst du getrost ignorieren, denn nur weil alle in deinem Büro grau mit altrosa, weiß oder schwarz tragen, auch wenn diese Farben keine Vorschrift sind und sich ihr aschblondes Haar wohl möglich noch goldblond dazu färben oder rot, muss das noch lange nicht für dich gültig sein, weil an dir vielleicht ein karamellfarbener Blazer mit einem Creme- oder Lachston viel edler aussehen würde, weil du eben von Natur aus rothaarig, goldblond oder brünett bist.

Lass dich liften, nimm teure Antifaltenprodukte, hungere dich schlank … ist alles zum Ohren zu halten, denn erstens fallen natürliche Alterungsprozesse, die überhaupt nicht automatisch negativ sein müssen, auch nicht so negativ auf, wenn du deine typgerechten Farben trägst, dich vorteilhaft kleidest und zweitens ist es doch das Wichtigste, dass du dich wohl fühlst in deiner Haut und in deinem Körper und zu dir stehst, zu dir hältst und dir vertraust, wie du dich findest … Wenn ich all das kaufen und beherzigen würde, was die Werbung suggeriert, dann hätte ich einen Slip mit der passenden Einlage für die Frau ab 50 an, mindestens ein „kleines Schwarzes“, was mir gar nicht steht, im Schrank hängen,  mein Haar wäre mahagoni, schwarz oder blond gefärbt und ich würde ein Vermögen ausgeben für Pflegeprodukte gegen Hautalterung, zur Vorbeugung von Haarausfall, gegen stumpfe, glanzlose Haare, Zahnweißpaste, Spezialdragees, Säfte, Tinkturen und dergleichen. Ich bin Jahrgang 1961 und habe zum Glück gute Gene! Aber vielleicht sähe ich heute bedeutend älter aus, wenn ich all den Mist mitgemacht hätte, den „man“ vergeblich versucht hat, mir mit auf den Weg zu geben! Weil ich mir selbst treu geblieben bin, bin ich heute kein schwarzes Schaf mehr, sondern ein glückliches und vitales, buntes Schaf, das sich seit 1994 gerne in seinen Herbstfarben bewegt und damit jünger wirkt, als es ist.🙂

Ich bin nicht gegen Färbungen, auch nicht dagegen, dass ein Mensch sich völlig gegen seinen Farbtyp, den er von Natur aus mitbringt, verändern möchte, weil er sich mit und in seiner Natur nicht wohlfühlt und ihm diese eher fremd erscheint, als die selbst gewählte Veränderung seines Körpers oder seines Haars oder einen Lebensstil wählt, der nicht für die Masse selbstverständlich ist! Wäre ich sonst das schwarze Schaf der Familie gewesen, wenn ich mich immer angepasst hätte?🙂 Jedem muss das selbst überlassen sein, wie er oder sie sich wohl und schön fühlt. Ich finde es nur sehr traurig, dass Menschen, die eigentlich sie selbst sein möchten, verunsichert werden, weil sie von der Umwelt eingeredet bekommen, dass sie anders aussehen sollten, weil alle das so machen oder weil dies oder jenes eben so gemacht wird oder so ist! Das hat nichts mehr mit dem positiv gemeinten bunten oder schwarzen Schaf zu tun, denn damit wird der Mensch wieder nicht als Individuum verstanden und gesehen, sondern soll dem Massenklischee angepasst werden. Ich will beispielsweise das Wort Straßenköterfarbe für Aschblond einfach nicht mehr hören! Das ist eine Massensuggestion, wie vieles andere auch! All das trägt nicht dazu bei, dass Menschen ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln und sich entsprechend wert schätzen lernen. Ich erlebe das ständig in meinen Beratungen, wie verunsichert die Menschen werden von den täglichen Suggestionen der Umwelt. Und dem möchte ich entgegenwirken.

Denn jeder Mensch hat seine eigene, ganz individuelle SCHÖNHEIT und darf diese wahrnehmen, erkennen, spüren, leben und vor allem sich selbst WERT-SCHÄTZEN!

Schwarzes Schaf war gestern - Farbenreich - Sabina Boddem - www.farben-reich.com

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4 Kommentare

  1. Liebe Sabina,
    ich bin ein farbenfrohes »Schaf«😉
    Früher fühlte ich mich in schwarz wohl, heute liebe ich bunte Kleider!
    Und ich achte auch nicht mehr darauf, was grad »in« ist, sondern trage, was mir gefällt…
    Farbenfrohe Frühlings-Grüße,
    Stefanie

  2. Liebe Sabina, ich seh das ganz genau so! Zu sich zu stehen, Farben zu tragen, die mir gefallen, auch wenn der Einwurf kommen sollte „das tragen doch nur die ganz jungen“. Was kümmert’s mich? Ich will mich wohl fühlen und was grade „angesagt“ ist, kümmert mich herzlich wenig.
    Alles Liebe – Christine

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