Ich bin die Frau meines Lebens

Ich bin die Frau meines Lebens!

Der Inhalt meines folgenden Beitrags trifft auf Menschen zu, egal ob Mann oder Frau, Kind oder Jugendlicher. Ich schreibe ihn aber hier absichtlich zunächst einmal aus Frauensicht. Erstens bin ich selbst eine Frau und zweitens erlebe ich mit der beschriebenen Problematik mehr Frauen, die darüber berichten, ob in den Beratungen oder in meinem Umfeld. Deshalb fällt mir das Schreiben leichter, wenn ich hier zunächst in der „Frau-Form“ spreche. Also, an alle anderen: Bitte habt Verständnis. Jeder kann und darf sich natürlich diesen Artikel zu Gemüte führen. ;-) Im Prinzip verarbeite ich natürlich immer auch eigene Erfahrungen, wenn ich hier schreibe. Also nicht ausschließlich das, was andere betrifft. Wie gesagt, ich kann da eben besser aus Frauensicht schreiben.

Also: Welche Frau kennt das Gefühl nicht? Sie wacht morgens auf und hat zu nichts Lust. Aufstehen? Warum? Sie lässt den Tag vor ihren Augen Revue passieren und denkt: „Nee, das will ich nicht „mehr“. Das ist nicht mein Leben. Da habe ich absolut keinen Bock drauf. Insgeheim träumt sie vor der Erlösung ihrer Probleme und vor allem davon, dass auch ja jeder zufrieden ist mit ihr. Frau wünscht sich Anerkennung, Lob und, dass alle Erwartungen, die sie hat,  zu ihren Bedürfnissen erfüllt werden. Gleichzeitig ist sie es satt, stets und ständig den hohen Erwartungen anderer zu genügen. Da sind die Kinder, da ist der Partner, die Eltern, der Vorgesetzte, die Kunden, vielleicht noch Ämter, offene Rechnungen (nicht nur materielle), Arztbesuche … Ach und alle wollen was von ihr oder sie will was, das sie nicht bekommt, aber dringend benötigt: Verständnis, Liebe, Geduld, Anerkennung, Achtung, Respekt, Aufrichtigkeit, Menschlichkeit, Großzügigkeit, Freizeit …. Na, da fällt einigen bestimmt noch mehr ein oder? ;-) Der Tag ist zu kurz, die Lust ist nicht vorhanden. Am liebsten möchte Frau im Bett bleiben, die Decke über den Kopf ziehen und nicht aufstehen. Dann steht sie doch auf, geht ins Bad, schaut in den Spiegel, der auch nur schräg mit dem Mundwinkel nach unten :-( hämisch zurückgrinst. Und wie die Botschaft lautet, ist nicht schwer zu erraten: „Boah, was bin ich alt geworden. Ich erkenn’ mich nicht wieder …“  Der Schritt zum Kleiderschrank wird dann noch unerträglicher, denn spätestens beim Anziehen sieht Frau sich vielleicht noch in ganzer Größe, wenn sie sich überhaupt noch anschaut! und glaubt mal wieder zu ihrem Entsetzen, dass ihre Figur unmöglich ist und die Haare mal wieder nicht stehen oder liegen, weil mal wieder keine Zeit zum Stylen war oder sie glaubt, sowieso nicht das Händchen dazu zu haben oder die Haare eh nicht mehr zu retten sind …. Und eigentlich will Frau doch nur eines: So geliebt werden, wie sie ist!

Oft ist das ja auch so, nur sie sieht und spürt es nicht, weil sie sich selbst nicht so annimmt wie sie ist. Das heißt ja nicht, dass wir uns immer wohlfühlen müssen, so wie wir sind. Wir würden uns ja dann nicht mehr verändern und auf der Stelle treten oder uns im Unwohlsein „baden“. Letzteres ist eigentlich erst mal gar nicht so verkehrt, finde ich zumindest. Denn erst mal ist es doch wichtig, dass Frau überhaupt was spürt, sich wahrnimmt, all das, was ist, sein soll oder auch, was stört und ihrer Meinung nach nicht sein soll. Es gibt Frauen, die lassen das erst gar nicht zu. Das beste, was ich raten kann, ist wirklich, auch wenn noch so wenig Zeit dazu da ist, sich einen kleinen Frei-Raum zu schaffen, wo Wahrnehmung möglich ist. Sich selbst so wahrzunehmen mit allem, was da ist, das ist ein ganz wichtiger Schritt zu sich selbst!

Und dann kommt der nächste Schritt: Das erst mal ohne Zensur  zu tun – einfach „nur“ sich annehmen mit allem, was Frau zu bieten hat und wenn es ihrer Meinung nach zum Kotzen ist. Ganz ehrlich zu sich selbst sein, ohne wenn und aber! Das, was anschließend folgen könnte, ist für manche sehr schwer: Offen über sich sprechen ohne Angst vor der Zensur und Reaktion des anderen. Da ist so viel Scham. Das ist verständlich vor allem, wenn schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Wenn Frau erlebt hat, dass die Reaktion auf ihre Offenheit beim anderen Abwehr auslöst, Unverständnis oder Aggression, neigt sie natürlich dazu, sich zurückzuziehen und manches geht vielleicht wieder vorne los, was bedeutet: Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch, vielleicht ist ja alles gar nicht so schlimm oder … Und auf gute Rat-Schläge kann Frau ja ohnehin verzichten. Andere wissen es auch nicht besser und wenn sie es besser wüssten, würde Frau das auch nicht mögen, denn dann wäre das Gefühl von Unzulänglichkeit ja gar nicht mehr aushaltbar und sie würde vor Scham lieber im Boden versinken, als sich preis zu geben. Kommt Dir auch bekannt vor oder?

Manche Frau ist sogar so verbittert, dass sie glaubt anderen müsste es ja immer viel besser gehen als ihr. Sie wird sogar neidisch auf andere, dass sie versucht der anderen das Glück, das sie sieht, hämisch herab zu stellen. Sie beginnt sich bewusst oder unbewusst mit anderen Frauen zu vergleichen. Bringt gar nichts auf diese Weise! Kann ich nicht empfehlen, denn wo Licht ist, da ist auch Schatten. Jeder hat seine Aufgaben! „Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt“, wie das Sprichwort so bezeichnend ausdrückt. Und wenn es eine Frau geschafft hat, sich ihr Leben so zu gestalten, dass sie glücklich ist, dann hat sie bestimmt auch einiges durchgemacht. Auch wenn das nicht so wäre, ist ihr das doch zu gönnen. Oder etwa nicht?

So, ich komme mal wieder zum Vergleichen. Das Vergleichen kann auch hilfreich sein. Wenn ich zum Beispiel vergleiche und meine zu erkennen, dass es einer Frau besser geht als mir oder ich wünsche mir, auch so zu sein oder zu leben, dann kann das doch ein Ansporn sein, daraufhin zu arbeiten oder? Ich frage die Betreffende, wenn das möglich ist – ohne Scham vor meiner Unwissenheit und vor allem ohne Neid – wie sie das geschafft hat. Oder ich bitte jemanden, dem ich vertraue, um Rat oder Unterstützung. Niemand kann uns wirklich sagen, was für uns gut ist oder nicht. Letztendlich ist das immer individuell, denn was für den einen Glück ist, muss für den anderen noch lange kein Segen sein.

Spirituell gesehen ist das ganze Leben eine einzige Lernaufgabe, in der alles stimmig ist, was gerade ist, und wenn wir uns noch so mies fühlen! Und das ist natürlich auch für mich nicht immer einfach anzunehmen. Auch mich überfällt ab und an immer noch die Angst vor dem Leben an sich. Der Angst vor dem, was passieren könnte, wenn …  Es gibt Zeiten, da bin ich rundherum glücklich, fühle mich am Ziel, alle Arbeiten an mir haben sich gelohnt, ich darf ernten. Und schwups dann,  wenn ich sie am wenigsten erwarte, sind sie plötzlich wieder da: Die Probleme oder besser gesagt die Lebensaufgaben, die schwierigen Ereignisse, die vielen Negativenergien um mich herum, die mich anzapfen und mich herunter ziehen wollen. Ich fühle mich überfordert, berührt in alten Wunden, die ich längst verheilt glaubte und zack ist es da, dieses Gefühl von „Ich will das so nicht …“. So, was mache ich nun?

Zunächst lasse ich das zu und fühle mich be … ssen, so nach dem Motto „Hat ja eh alles keinen Sinn. Hast du alles schon durch und immer wieder kommt was Neues dazu oder was Altes hoch.“ Ja, das ist nun mal so.  Und vielleicht, genau in diesem Moment, beneidet mich X,Y,Z und versucht alles zu tun oder zu unterlassen, damit es mir eben so mies geht, wünscht mir das vielleicht auch noch an den Hals, weil „X, Y, oder Z“ nicht den Mut hat, bei sich zu schauen und sich zu klären, mit sich selbst ins Reine zu kommen und buchstäblich sich in Frieden zu lassen und somit auch mich. Betreffende Personen lieben sich in diesem Moment einfach nicht, sonst würden sie sich ja dazu bekennen und sich Hilfe suchen, sich Gutes gönnen, anstatt andere zu beneiden oder auf einen Sockel zu stellen, um den Sockel in gleichem Atemzug anzusägen, damit er einstürzen soll …  Kennt bestimmt auch fast jede von uns oder? Ich meine die eigene Säge oder die anderen „XYZ-Sockelsägerinnen“. Was kann ich tun?

Ich überlege b.z.w. spüre, was mir gut tun könnte. Ich kenne zum Glück Menschen, an die ich mich wenden kann, was bedeutet, dass auch ich, die als Beraterin oder Therapeutin arbeitet, an meine Grenzen kommen kann und mir auch mal professionelle Unterstützung hole, weil die beste Freundin oder der Partner auch Grenzen hat, die ich kenne und respektieren muss.

Warum schreibe ich das alles? Ich schreibe das, weil auch ich nur ein Mensch bin, die mal mehr und mal weniger klar kommt und klar ist. Weil ich meine Befindlichkeiten – je älter ich werde – immer liebevoller be-achte und lerne, damit umzugehen und mich nicht schäme, wenn auch ich um Rat fragen muss. Ich möchte mit niemandem tauschen und beneide keinen Menschen mehr. Ich habe das natürlich auch in meiner Vergangenheit getan. Auch heute ertappe ich mich schon mal dabei. Das ist auch menschlich. Doch ich weiß zum Glück immer wieder um meinen Selbstwert auch dann, wenn ich mich schwächer fühle, als ich sein möchte und meine hohen Erwartungen an mich selbst oder die Leiden derer, die ich liebe und die ich nicht ändern kann, mir zur eigenen Last werden, mich traurig machen oder mit meinen eigenen Ängsten konfrontieren. Und wenn ich den Selbstwert nicht mehr schätzen kann und mich nur noch schwer fühle oder verletzt, dann mache ich etwas oder suche das oder jemanden, was mir gut tut und versuche los zu lassen.

Und deshalb möchte ich jedem Menschen einfach nur empfehlen: Erkenne Deine Grenzen, achte sie und nimm Unterstützung und Liebe an! Niemand muss sich dafür schämen, sich schwach zu fühlen. Das gehört zur Liebe zu sich selbst!

Zu guter Letzt habe ich Lust ein Lied vorstellen, das ich mir heute morgen ganz laut und voller Genuss buchstäblich reingezogen habe, als es mir nicht so gut ging:

Maite Kelly singt in ihrem AlbumDas volle Programm ihr Lied mit dem Titel „Ich bin die Frau meines Lebens“. Ich finde den Text so klasse und auch die Melodie. Das ist ein Lied, dass sich manche Frau täglich einige Male gaaaaanz laut anhören und mit sich selbst tanzen sollte. :-D Es macht richtig gute Laune und ich sehe, dass der Text doch eine gute Ergänzung zu meinen vielen, den Frauen Mut machenden, Blogbeiträgen ist. Auch die anderen Lieder aus dem Album gefallen mir. Nun viel Freude an der Frau meines (Deines) Lebens. Das bist nämlich DU Selbst!

 

 

Hier der Text zum Lied:

Würd mich nie belügen,

ich mach mir nichts vor.

Für mich hab ich immer

ein offenes Ohr.

Wenn ich mir was schenke,

weis ich immer was geht.

Das hat schon was für sich,

wenn man sich ohne Worte versteht.

Ich bin die Frau meines Lebens,

genau mein Typ.

Ich bin die Frau meines Lebens,

ich hab mich so lieb.

Die Stunden der Liebe,

die kommen und gehn,

die haben schon was für sich,

doch mit mir ist es jedesmal schön.

Ich bin die Frau meines Lebens,

genau mein Typ.

Ich bin die Frau meines Lebens,

ich hab mich so lieb.

Auch wenn es mit mir häufig anstrengend war,

heut steh ich zu mir

und bin für mich da.

Und wenn ich mich gehn lass,

dann geh ich mit mir

und sag ich verzeih dir,

denn ich bin die Frau meines Lebens,

genau mein Typ.

Ich bin die Frau meines Lebens,

ich hab mich so lieb.

Mir gefällt diese Welt,

weil es mich für mich gibt.

Bin die Frau meines Lebens,

die Frau meines Lebens,

genau mein Typ.

Schreiben tut mir gut. Ich fühle mich gerade wieder wohler. Danke liebes Universum, dass ich schreiben und mich mitteilen darf, wenn ich das Bedürfnis habe. Wenn es dem ein oder anderen auch noch hilft das zu lesen, dann ist es noch eine zusätzliche Freude für mich!

In diesem Sinne wünsche ich allen ein Leben mit viel Liebe und Be-Achtung!

♥♥♥

Herzlichst und jetzt wieder farbenfroher und nicht mehr so grau 😉

Sabina (Boddem)

 

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17 Kommentare

  1. Liebe Sabina,

    Deine Botschaft ist sehr tiefgründig und kann sie im ganzen nur bestätigen. Für mich hat das Alter einen grundlegenden Vorteil. Ich habe meine Grenzen gelernt. Heute achte ich auf mich mehr als zuvor. Auseinandersetzungen belächle ich manchmal im Innern, weil ich mich nicht mehr aus dem Gleichgewicht bringen lassen will. Die vielen Erfahrungen – negatiiv wie positiv – haben mich geprägt und ich habe viel gelernt. Ich weiß, was ich will und nicht will. Aber ich lerne auch heute noch dazu. Wenn ich mein Spiegelbild nicht mag, dann weiß ich gleichzeitig, dass es morgen vielleicht anders ist. So wie mit dem Wetter. Es regnet, aber irgendwann scheint auch wieder die Sonne. Die Akzeptanz dessen ist für mich wichtig. Vorbilder gibt es genug. Gerade die Werbung und Modezeitschriften suggerieren uns doch stets ewige Jugend. Ich fühle mich jugendlich, auch wenn mein Äußeres sich davon entfernt. Gleichgesinnte sind wichtig, denn es geht jedem so, früher oder später. Die Gesellschaft will es nur nicht wahrhaben, daher stets neue Forschungen, damit wir für „immer schön“ bleiben. Alles Quatsch. Es zählt, wer und wie man ist. Ich weiß um meine Stärken und Schwächen und bin dafür dankbar. Mein Leben hat einen roten Faden, den ich in Ehren halte. Und ich wünsche mir, dass jeder für sich diesen Faden findet. Er stärkt den Glauben an sich selbst und man kann gewiss sein, dass nach einer Niederlage, egal welcher Natur, der Weg auch wieder nach oben geht.

    Also ganz lieben Dank für Deine Zeilen. Sie haben mir gut getan.

    LG Marion

  2. Hallo zusammen,
    die „Frau meines Lebens“ kann ich wohl nicht sein 😉 Aber ich kann Sabinas Beschreibung trotzdem gut nachvollziehen. Manchmal fällt es schwer zu vertrauen und zu glauben, dass alles „richtig“ ist. Aber im Nachhinein und mit Abstand betrachtet würde ich doch kein ganz anderer sein wollen. Manchmal hilft es ja in schlechten Phasen, zu wissen, dass auch das vorbeigeht. Die guten Phasen kann man ja meistens sowieso ein bisschen besser ertragen :-))
    Alles Gute
    Michael

    1. Ach Süße, Du bist auch eines meiner „Sorgenkinder“, bei dem ich mich hilflos fühle und sehr mitfühle. Ich kann Dir nur Mut machen, dass alles wieder gut wird. Wir kennen uns schon so lange. Weißt Du wie oft einer von uns schon nicht mehr weiter wusste und sich im nach hinein rausgestellt hat, dass genau das, was passiert ist, etwas viel besseres zu Folge hatte?! Das ist zwar gerade für Dich nicht nachvollziehbar, aber es ist doch so. Ich bin, so wie ich kann, für Dich da. Das weißt Du!

      Lieben Knuddel ♥ bis gleich, denn ich wollte Dich gerade anrufen, als ich Deinen Kommentar entdeckte.

  3. Genau so ist es, liebe Sabina. „Ich bin die Frau meines Lebens!“ Ja, das bin ich. Weisst du, was ich mir auch immer wieder sage, besonders morgens vor dem Aufstehen? Das ist der Satz:.“ Das Leben findet HEUTE statt!“ Und dann liegt es an mir, wie ich diesem wunderbaren Geschenk, dass das Leben ja ist, gegenübertrete.
    LG von Rosie

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