Ich schreibe in meiner Muttersprache auch im geschäftlichen Bereich …

… weil ich nicht dazu beitragen möchte, dass die deutsche Sprache immer mehr im „Verdenglischen“ untergeht. Ich bin Künstlerin, die sich ohnehin gerne unter anderem in der Wortsprache ausdrückt, die für mich sehr bildhaft ist. Ich liebe es, Begriffe zu hinterfragen, sie buchstäblich zu begreifen, auseinander zu nehmen und damit zu spielen. Warum sollte ich also diesen allgemeinen Trend und Wahnsinn der „Verdenglischung“ mitmachen, nur damit es „in“ klingt? Mir sagte mal jemand, dass Farbberatung sich anhört wie „Avonberatung“, viel zu konservativ und unprofessionell. Das kam von einer Dame aus dem Hotelbereich, aber ausgesehen hat sie in ihrer schwarzen Kluft mit den viel zu blauschwarz gefärbten Haaren wie gewollt und kann nicht, obwohl es in ihrer Stellung nicht Pflicht war, schwarze Garderobe zu tragen. Ich fand es auch nicht besonders chic und seriös wirkend, sondern konservativ und fantasielos. 😉 Nun denn, jedem das Seine. Eine andere, für meinen geschulten Blick sehr unvorteilhaft gekleidete Frau, meinte mich auf einem Geburtstagsfest darauf aufmerksam machen zu müssen, dass sie, falls sie sich mal „coachen“ lassen würde, im Internet niemals nach einer Farbberatung suchen würde, sondern natürlich Begriffe wie „Stylistin“,  „Color Professional“ oder ähnliches eingeben würde. Wenn sich heute noch jemand so ausdrücken würde wie ich, dem würde sie keine Professionalität zutrauen. Ich kann dazu nur sagen: „Meine wenig verehrte „Lady“, schau mal in den Spiegel oder besser für dich in den „Mirror“. Was du dort erblickst, sieht aus, als könnte es nicht bis drei zählen, mal abgesehen davon, dass du ohnehin glaubst, du hättest keine Beratung nötig, dabei siehst du aus wie eine Schibuffi (Schießbudenfigur) auf Kriegspfad!“  Das habe ich mir so natürlich verkniffen, bin aber trotzdem wohl ziemlich direkt gewesen, denn besagter Mitgast und ich sprachen anschließend kein Wort mehr miteinander. Und das war auch besser so. 😉

Viele meiner Kunden begrüßen es, dass ich eben nicht eins auf „Color-Coach“ mache, die so „business“ ist, dass sie in „Meetings“ erstickt und deshalb nach dem „Beauty-Job“  noch einen „After-Work-Drink“ zu sich nehmen muss, weil das „Styling“ während des Fashionshoppings“, das auf das „Meeting“ folgte dermaßen anstrengend war, dass nur noch „Time“ ist für einen kurzen „Talk“ mit dem „Smart-Phone“.  Na wie bekloppt müsste ich sein, um so zu schreiben und zu sprechen, nur damit mein „Image“ auch ja „trendy“ wirkt?? Ich mache meine Arbeit professioneller als so mancher „Business-image-color-coaching-styling-Artist“, der oder die oft überhaupt keinen Bezug zu Farben hatte bis zum „Color-Power-Kurzworkshop mit Modul I und II“, sondern wohl möglich auch vorher in einer ganz anderen Branche gearbeitet hat und es nebenbei chic findet, sich nun auch mal mit „Styling-Coaching“ zu verwirklichen.

So, das musste mal raus, denn ich habe keine Lust, solch eine „Show“ mitzumachen. Wenn einer das tut und wirklich gut ist in seinem Beruf (= Berufung) und nicht nur einen „Job“ macht, weil es „in“ ist,  dann will ich nichts gesagt haben. Wie schon erwähnt, jedem das Seine! Aber ich wehre mich dagegen, diese Sprache pausenlos und in allen Bereichen, in denen sie wirklich nicht dringend notwendig ist, mitzumachen, denn ich habe es mit deutsch sprechenden Menschen zu tun, mit Kunden, nicht mit „Customers“. Und, wenn jemand eine englisch sprechende Beratung braucht, der kann diese auch gerne bei mir buchen. Soviel kriege ich gemeinsam mit meinen Händen und Füßen noch hin – sogar am Telefon. Ich bin da sehr bildhaft und kreativ. Habe ich alles schon gemacht und das war für beide sehr bereichernd und lustig! 😀

Also: Wenn Sie professionell von mir begleitet und beraten werden möchten und nicht „gecoacht“, um mit meiner Unterstützung Ihre Persönlichkeit und nicht Ihre „Personality“ voll zu entfalten, nicht nur „Fashion“, sondern auch Mode mögen, aus diesem Grund auch mal gerne einkaufen gehen und dabei noch Läden kennen, statt „Shops“, und Ihnen „Herr und Frau Sale“ auch auf den Keks gehen und Sie lieber wieder den Winter- und Sommer-Schlussverkauf Ende Winter oder wirklich im Spätsommer hätten, statt schon im Juni oder Dezember, dann sind Sie bei mir goldrichtig! 😀

Ach und übrigens, seit geraumer Zeit gibt es schon die Weckmänner mit den Pfeifen in den Bäckereien. Die gab es früher traditionsgemäß immer zur St. Martinszeit. Also wundern Sie sich nicht, wenn wir bald „Eastereggs“ unter‘ m Tannenbaum finden, dem sogenannten „Xmastree“. Tzzz …. 😉

Noch ein letztes Wort an alle „Denglischfans“. Auch Sie können bei mir zum „Eyecatcher“ werden, der viele Blicke fängt, denn meine Beratung hat es wirklich in sich, auch wenn ich nicht „denglisch“ spreche oder sagen wir mal so, sehr wenig. Ich gebe ja zu, dass das ein oder andere englische Wörtchen sich auch bei mir eingeschlichen hat und zur Selbstverständlichkeit geworden ist. In diesem Sinne, ich bin nicht von gestern und auch nicht fanatisch. Ich rede und schreibe eben nun mal am liebsten so, wie ich es hier in meiner Heimat gelernt habe und wie mir der Schnabel gewachsen ist. Also hier sind keine „Bad Vibes“ im Text, sondern viel Augenzwinkern mit positiver Energie! ♥ 

In diesem Sinne allen eine farbenfrohe Zeit mit oder ohne Denglisch! 🙂

 

Bunte Grüße

www.farben-reich.com

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8 Kommentare

  1. Hallo Sabina,
    diesen Artikel aus September 2011 habe ich soeben (!!!) als „News“ in Facebook erhalten! Ich vermute mal, dass es daran liegt, dass Dein Beitrag inzwischen leider, leider nur noch mehr an Aktualität gewonnen hat.
    Ich bin ein „Fan“ der deutschen Sprache und ärgere mich immer wieder, wenn ich laufend „denglische“ Bezeichnungen sehe und mir so hilflos vorkomme, weil ich nur zuschauen kann, wie unsere Sprache immer mehr verhunzt wird!
    Ich liebe das Englische und ich liebe das Deutsche, aber bitte, bitte getrennt und nicht in einen Einheitsbrei verschandelt.
    Liebe Grüße
    moni

    1. Liebe Moni,

      da schreibst Du mir so aus der Seele. Ich danke Dir für Deinen Kommentar und wünsche Dir einen schönen Wochenausklang und ein sonniges Wochenende und das in einer reinen Sprache – wie Du so treffend schreibst, dass jede Sprache ihren Zauber hat, aber nicht dieses Möchte-gern-in-Sein und Vermischen, damit es sich nicht „altmodisch“ anhört.

      So geht mir inzwischen das Wort Challenge dermaßen auf die Nerven! Das Wort ist überflüssig, denn es gibt Aufgaben, Herausforderungen, Proben und dergleichen mehr. Ich war bisher in meinem Leben sehr ausgefüllt mit all dem und kann auf die Challenges sehr gut verzichten! 😉

      Herzliche und bunte Grüße aus dem Farbenreich

      Sabina

  2. Liebe Sabina, mich nervt das schon seit langem. Meine Bäckerei ist über Nacht zum „Brot-Shop“ mutiert, „Seilspringen“ ist nur „hype“, wenn es als „Rope-Skipping“ daherkommt, und wenn die „Handouts“ vom letzten „Meeting“ im „Backoffice“ verschwinden, fällt es manchem schwer, noch „cool“ zu bleiben. Ich jedenfalls versuche, möglichst ohne Anglizism auszukommen, obwohl das natürlich schwer ist. Neulich bat ich im „Fit & Fun“ eine Verkäuferin um eine Freizeithose, die mir antwortete, dass sie eine große Auswahl an „Workout-Pants“ haben.
    Tja, was soll man dazu noch sagen?
    LG von Rosie

    1. Oh ja, wir könnten wahrscheinlich diese Palette des geballten Schwachsinns noch endlos erweitern. Ich musste zwar auch über Dein Feedback schmunzeln, aber eigentlich ist das alles gar nicht mehr lustig, sondern ich befürchte, dass unsere Sprache immer mehr an Bedeutung und Wert verliert. Schade!

      Lieben Gruß und ein schönes Wochenende
      Sabina

  3. Liebe Marianne, liebe Marion,

    danke für Euer Feedback.
    Schade, dass hier im Gegensatz zum Facebook so wenig Resonanz kommt. Es verlagert sich im Moment vieles in‘ s Facebook, auch von Personen, die früher hier ihre Kommentare abgaben. Aber irgendwie kann ich das auch verstehen. Es wird allmählich wirklich zu viel. Auch für mich, denn überall stehen gute Informationen und ich kann leider auch nicht mehr auf alle und alles reagieren.Dazu reicht der Tag nicht aus. 😉

    Deshalb freue ich mich, von Euch beiden hier zu lesen.
    Marianne, bitte nicht enttäuscht sein, den Du merkst bestimmt auch, dass ich mich auch in Deinem Blog rarer gemacht habe. Mir fehlt wirklich die Zeit.

    Einen herzlichen Gruß ♥
    Sabina

  4. Liebe Sabina,
    Du hast mich echt zum Lachen gebracht. Wie klasse liest sich Dein „denglisch“. Hoffentlich lesen es auch Menschen, die tatsächlich diese Sprache leider verinnerlicht haben. Du hast vollkommen recht und das macht Dich mal wieder besonders sympathisch. Echt klasse.
    LG Marion

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