EIGEN-ART-FOTOGRAFIE, EIGEN-ART-POESIE, Entwicklung, Madeira

Madeira Impressionen VII: Ruine in Canico de Baixo …

und ein dazu passender Wolkenhimmel mit dem entsprechenden Licht unterstreicht noch diese mystische Stimmung.

In solchen Momenten freue ich mich immer, wenn ich gerade dann eine Kamera zur Hand habe.

 

 

Ich wünschte mir manchmal

 

ich wäre eine Mauer

so undurchsichtig,

stark,

widerstandskräftig.

Aber:

Mauern werden im Alter

rissig,

durchlässig,

unbelastbar,

zurück bleibt eine Ruine.

 

Also,

möchte ich doch lieber

keine Mauer sein,

sondern im Alter

stärker werden,

widerstandsfähiger

und so reizvoll sein

wie ein altes Gemäuer.

 

Klick auf:

… aus meinem poetischen Tagebuch der 80ger

www.farben-reich.com

 

10 Gedanken zu „Madeira Impressionen VII: Ruine in Canico de Baixo …“

  1. Bar jeden Tiefsinns hab ich mich über das Bild der Ruine gefreut. Lange nicht gesehen und gleich wiedererkannt. Ich hab die vor ein paar Jahren auch aus allen möglichen Blickwinkeln und bei verschiedenen Lichtverhältnissen fotografiert. Am liebsten wäre ich *in* der Ruine rumgeklettert, was ich aber aus Sicherheitsgründen dann doch unterlassen habe. Man weiß ja nie, ob einem so ein Trumm nicht plötzlich auf den Kopf fällt.

    Aus unerfindlichen Gründen habe ich eine Vorliebe für zerfallende Gebäude, die sich die Natur wieder zurückerobert. Ich glaub, ich mag einfach Bauwerke ganz generell. Modern oder alt, ganz oder kaputt.

    1. Das geht mir ähnlich wie Dir.
      Ich habe auch noch mehr Fotos von der Ruine gemacht. Das, was ich hier zeige, ist meine Lieblingsaufnahme, weil da diese düstere Wolke drüber lag, und daneben dieses Stück blitzblauer Himmel auch zu sehen ist. Diese Atmosphäre hatte es mir angetan.

  2. Ein sehr schönes Foto, besonders das Blau am Himmel gefällt mir.

    Über deine Worte musste ich heute viel nachdenken…

    Ich bin Jahrgang 54, da ist es glaube ich ganz normal, dass man alles überdenkt und viele Fragen offen sind.
    Mein Sohn hat gerade seinen ersten Abschluss an der Uni gemacht, mein Mann ist seit kurzem im Ruhestand und ich bin so richtig mittendrin und frage mich natürlich wie alles so weitergeht. Es ist für uns alle halt eine Umstellung.

    Bis jetzt habe ich noch keine Angst vor dem Alter. Für mich ist es eher das Problem, dass mein Vater sehr früh verstorben ist und ich damit einfach nicht klar komme…
    Meine Großeltern sind 95 Jahre alt geworden und waren trotz vieler Krankheiten immer gut drauf. Ich glaube, dass sie mir irgendwie die Angst vor dem Alter genommen haben.

    Ganz liebe Grüße
    Bärbel

    1. Liebe Bärbel,

      auch Dir danke für Dein Vertrauen. Jetzt bist auch Du nicht mehr so anonym, da ich nun ein wenig besser weiß, wer mir hier regelmäßig so liebe Kommentare schreibt.

      Ich denke beim Thema nicht ausschließlich an körperliche Beschwerden. Es ist schon viel mehr, was mich beschäftigt. Mein Leben ist ganz einfach nie in sicheren Bahnen gewesen. Ich musste viel erleben, was mich immer wieder aus den Wurzeln reißen wollte, was mit unglaublich häufigen Veränderungen und Unsicherheiten verbunden war. Immer wieder Neuland zu betreten macht einerseits stark und selbständig, authentisch und frei, andererseits bin ich langsam müde geworden und weiß, dass ich ja nicht jünger werde. So lange ich arbeiten kann, und ich liebe meine Arbeit oder gar irgendetwas arbeiten könnte, was zu meinem Lebensunterhalt beiträgt, ist die Welt in Ordnung. Aber, wehe wenn ich das nicht mehr kann. Spirituell gesehen weiß ich auch, dass ich immer einen Weg finden werde und für mich gut gesorgt ist. Ich darf einfach nicht den Fehler machen, mich mit Menschen zu vergleichen, die in meinem Freundeskreis leben, die wirklich alt und krank sind und dermaßen am Existenzminimum leben, keine Familie haben und … Diese Menschen haben das nicht „verschuldet“ und seit ihrem 15. Lebensjahr gearbeitet.
      Oder, da kenne ich eine alte Witwe (Nachbarin von meiner Freundin, die sich noch um sie kümmert!), die immer stolz auf ihre Selbständigkeit war und genug Geld besaß, aber von heute auf morgen nicht mehr alleine leben konnte. Sie hat, wie ich, keine Kinder, und sie kam sofort in ein Altenheim, weil ihre Nichten im Ausland lebt. Alle ihre persönlichen Sachen waren von heute auf morgen weg. Alles „musste“ ganz schnell gehen, weil die Familie ja wieder nach Hause wollte. Man hat die persönlichen Sachen einfach in den Müll geworfen! Die Frau steht jeden Tag vor ihrem Haus und möchte in ihre Wohnung, um ihre Sachen zu holen. Denn sie hat ja helle Momente, in denen sie alleine auf die Straße kann. Das Altenheim ist in der Nähe von ihrer ehemaligen Wohnung … Und diese Frau ist Ende 90 Jahre alt und war bis vor kurzem noch fit drauf. All das lässt mich natürlich manchmal nachdenklich machen. Ich habe keine Angst vor dem Alter, aber aufgrund von dem, was ich um mich herum gerade sehe, bin ich schon ab und an verunsichert.
      Dann gilt es immer wider dankbar zu sein für das Hier und Jetzt, denn das ist gut so wie es ist, und ich bin automatisch wieder positiv dem Alter gegenüber gestimmt. Diese Grübeleien über Dinge, die ich gerade sowieso nicht ändern kann und das Vergleichen oder in die Zukunft schweifen, bringt nichts. Das lässt nur den Mut verlieren, weiter den ureigenen Weg zu gehen, und der ist nun mal bei mir ohne Netz und doppeltem Boden. War nicht immer so bewusst geplant, aber wohl für mich vorherbestimmt. 😉 Wenn ich das dankbar akzeptiere und als Antwort auf mein Unterbewusstsein oder Seelenplan erlebe (Verantwortung tragen für die sog. Schicksalsschläge) geht es mir rundherum gut! Dann bin ich wieder in meinem Glauben und damit verbundenen Vertrauen, der mir mein Leben lang immer wieder geholfen hat. Damit meine ich keinen konfessionell gebundenen Glauben, sondern eine ganz ursprüngliche Spiritualität, die mich trägt, so wie in meinem Artikel über die Farbe „Violett“ beschrieben.

      Jetzt habe ich doch mehr preis gegeben, als ich zuerst wollte.
      Wer weiß, wozu es gut ist? 😉

      Und nun, Dir und allen anderen hier einen sonnigen und farbenreichen Tag mit ganz herzlichen Grüßen
      Bina

      1. Bina, ich habe gerade deine Antwort für Bärbel gelesen. Du hast vollkommen recht – da wir alle nicht wissen, was uns mal im Alter bevorsteht oder auch nicht, weil wie plötzlich umfallen und nicht mehr aufstehen, hat es überhaupt keinen Zweck, uns jetzt schon verrückt zu machen.
        Natürlich nicht so krass – aber meine Mutter ist auch aus dem Krankenhaus nicht mehr nach Haus in ihre Wohnung, sondern gleich in ein Heim gekommen. Natürlich habe ich versucht, die Lieblingsmöbel und persönliche Sachen in ihr recht großes Zimmer zu bringen – anders herum habe ich den Eindruck, dass sie diese Sachen, die nicht mehr da sind, auch gar nicht vermisst – mit 95 hat das Leben doch schon einen recht eingeschränkten Radius!
        Und tschüss für heute! sagt Clara

  3. Liebe Clara, liebe Ute,

    danke für Eure Offenheit. Ihr seid auch sehr positive Frauen, die ja schon einiges mehr als ich hinter Euch habt. Es ist schön, Eure Zuversicht zu lesen. Ich mache mir zur Zeit einige Gedanken aus Gründen, die hier nicht hin gehören. Ich kann hier nicht alles öffentlich machen.

    Alles ist gut so, wie es ist und wird. Wir haben alle unseren ureigenen Seelenplan und Weg. Ich möchte auch nicht mehr jünger sein und auch mit niemandem tauschen. Und gerade in meinem Beruf mache ich vielen Frauen Mut, zu sich und ihrem Alter zu stehen, und das in vieler Hinsicht. Ich denke, dass ich da auch für mein Alter gesprochen ein gutes Vorbild bin, weil ich auch schon eine Menge in meinem Leben verarbeiten und verkraften musste.

    Das Leben ist bunt und schön, und ich freue mich im Hier und Jetzt über Eure ehrlichen und vertrauensvollen Kommentare!

    Ganz lieben Knuddelgruß
    Bina

  4. Eine alte Mauer mit kleinen Rissen bin ich schon lange 🙂 Eine brüchige, einfallende Mauer möchte ich allerdings nicht werden. Ich ziehe es vor, vorher komplett abgerissen zu werden.
    Meine liebe Bina, was war ich noch jung mit 50 Jahren. Trotzdem möchte ich keines der drauf folgenden 18 Jahre missen, auch wenn es Zeiten mit viel seelischem Schmerz gab. Das „Altern“ sehe ich sehr positiv. Man ist erfahrener, freier, als früher. Man steht oft „über den Dingen“. Die kleinen Zipperleins verkraften wir doch, oder? Alles was ich schon hinter mich gebracht habe kommt auf die jungen Menschen noch zu. Sicher gibt es gewisse Einschränkungen gesundheitlicher und auch finanzieller Art. Trotzdem habe ich mir eine Ecke geschaffen, in der ich zusammen mit langjährigen guten Freunden zufrieden leben kann. Zufrieden sein mit dem, was man hat und auf die glückliche Zeit zurückblicken, die man hatte sowie die schlechten Jahre zwar nicht vergessen aber in einem milderen Licht sehen, das sind so kleine Weisheiten des Alters.
    Huch, während ich das schreibe komme ich mir doch schon sehr sehr alt vor 🙂
    Ende des Ergusses: Diese Mauer darf ruhig noch eine Weile stehen, auch wenn sie vielleicht kein reizvolles altes Gemäuer sondern eher eine interessante Ruine ist 🙂
    Eine tolle Stimmung hast mit deinem Bild eingefangen.
    LG Ute

  5. Weißt du, Bina, ich habe ja immer meine 95jährige Mutter vor Augen. Im Verhältnis geht es ihr unheimlich gut, sie ist klar im Kopf, sie kann noch laufen, sie hat keine finanziellen Sorgen – doch ich möchte einfach nicht so alt werden, es ist für mich mit nichts erstrebenswert. Ich kann nur beten, dass ich nicht so stark diese mütterlichen Gene geerbt habe, sondern mehr die aus der väterlichen Familie.

    Meine Tochter hat einen Ehemann, der 34 Jahre älter ist und der mit 68 und 72 Vater wurde.

    Vielleicht könnte sie dieses Lob des Alters auch singen, denn er ist wirklich toll drauf.
    LG Clara

  6. Eine ganz, ganz tolle, stimmungsvolle Aufnahme.
    Ich bin ja nun dem Alter einiges näher als du – ich weiß gar nicht, ob sich – außer den körperlichen Zipperleins am Kopf – für mich bisher wesentliches geändert hat. Ich fühle mich nicht stärker, widerstandsfähiger als früher, und leider werden nicht alle alten Gemäuer als reizvoll angesehen, sondern sehr oft schlichtweg als „Ruine“ bezeichnet.
    Son eine richtige Meinung über das Alter habe ich mir noch nicht gebildet.
    Lieben Gruß für dich, liebe Bina, von Clara

    1. Als ich das damals schrieb, war ich in erst 28 Jahre alt und sehr verliebt in einen wesentlich älteren Menschen, was damals kaum jemand begreifen konnte, so a la dem Film „Herold and Maude“! Ich glaube, deshalb habe ich zu dieser Zeit diese Zeilen geschrieben.

      Heute sehe ich auch manches anders. Ich schaue in den Spiegel und kann auch nicht begreifen, dass ich bald 50 werde. Auf der anderen Seite kommt zum ersten Mal in meinem Leben so ein komisches Gefühl auf, wenn ich an meinen Geburtstag denke, was ich bisher nie vor einem Geburtstag hatte. Ich setze mich schon zur Zeit mit dem Thema Alter auseinander. Vielleicht ist das auch normal, wenn eine Frau in den Wechseljahren ist. Da wird mir so manches bewusst, und ich werde schon nachdenklicher u.s.w.. Wenn dann auch noch so die Zipperleins anfangen, dann ist das schon komisch. Aber ich sehe das nicht als schlimm an, da ich an alles sehr positiv und ganzheitlich gefühlt und gesehen herangehe!

      Lieben Gruß in Eile, denn ich muss zum Zahnarzt und die Bahn noch kriegen,
      Bina

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